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Dienstag, 23. April 2024

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CIMA-Studie Villach: „Die Maßnahmen der Stadt greifen“

Es wurden zu den vorhandenen Daten über 2000 Befragungen durchgeführt: Im Auftrag des Stadtmarketings hat die Standortberatungsagentur CIMA erhoben, wie Villach auf künftige Herausforderungen reagieren soll. Studienleiter Roland Murauer stellte fest, dass die Rahmenbedingungen vor Ort gut seien.

Online – die große Konkurrenz. Kernaussage: Villach performt im Österreich-Vergleich sehr gut, leidet aber unter dem wirtschaftlich schwachen Umfeld: Hermagor, Spittal, Feldkirchen sowie große Teile von Villach-Land. Als eines der größten Probleme wurde eindeutig der Online-Abfluss geortet: 25 Prozent bei Bekleidung, 30 Prozent bei Elektro. Das liegt im Österreich-Schnitt, ist also leider nichts Besonderes. Die Villacherinnen und Villacher kaufen gerne daheim ein, aber Online ist die große Konkurrenz. Zwölf Prozent der gesamten Kaufkraft Villachs wird aktuell online konsumiert, im Umland sieht es ähnlich aus. Murauer: „Die Maßnahmen der Stadt Villach greifen. Das Konzept, die Stadt zum Schmuckkästchen zu machen, ist richtig. Gäste und Urlauber schätzen das sehr.“

Abwärtstrend gestoppt.  „Die Studie zeigt zweierlei: Erstens, dass wir in Villach den Abwärtstrend stoppen konnten. Und zweitens, dass wir mit Vollgas weiter am Handelsstandort Villach arbeiten müssen – mit neuen Ideen und frischem Elan“, betonte Bürgermeister Günther Albel während der Präsentation.

Villach legte massiv zu. Mit weit über 700 Unternehmen ist die Innenstadt ein attraktiver Wirtschaftsstandort. So Murauer. „Da ist vor allem herauszustreichen, dass die Villacher Innenstadt viele Dienstleister im Gesundheitsbereich, Ärzte, Therapeuten, Masseure, beinhaltet, viele Kreativwirtschaftsbetriebe, viele Rechtsanwälte und Notare. Sehr, sehr viele Beauty-Anbieter, sehr viel Gastronomie.“ Villach habe in den letzten zehn Jahren massiv an Arbeitskräften und Arbeitsstätten zugelegt: „Sehr stark, plus 20 Prozent, beim Tourismus, auf äußerst hohem Niveau. Villach zählt zu den nächtigungsstärksten Städten Österreichs.“

Villach für Slowenen überproportional attraktiv. Es herrschte bislang die Meinung vor, dass Villach eher von den italienischen Besucherströmen und Klagenfurt von slowenischen Gästen lebt. Darin liegt ein großer Irrtum. Die Studie hat ergeben, dass Villach seit dem Jahr 2016 für slowenische Besucherströme überproportional attraktiv ist. Wichtig für die Stadt ist auch, dass die generelle Attraktivität und Einkaufskriterien zufriedenstellend beurteilt werden. Speziell von den Villacherinnen und Villachern werden diese Eigenschaften mit 2,7 bewertet, nach Schulnoten. Murauer: „Das ist wirklich sehr positiv. Es gibt in Österreich auch Städte, die von der Bevölkerung gerade einmal mit einer 4,0 bewertet werden.“

Aus der Studie. Fazit der vergangenen 20 Jahre: Kaufkraft, Einwohnerzahl, Tourismusnächtigungen und Anzahl der Beschäftigten – alle Villacher Zahlen steigen. Das Umfeld stagniert oder schrumpft leider.

  • Kaufkraft: Österreichwert 100 / Villach 101 / Klagenfurt 103 / Kärntenschnitt 86
  • Tourismus (Nächtigungen): seit 2015 +20% / Klagenfurt +11%
  • Beschäftigte: Villach 32.000 (seit 2017: +1000) / Klagenfurt 51.000 (+500)
  • Bevölkerungsentwicklung (letzte 20 Jahre): Villach +11% / Klagenfurt +14% / Kärnten 1% – Prognose bis 2040: Villach +8%, Hermagor, Spittal und Feldkirchen schrumpfen

CIMA-Ausblicke und Empfehlungen:

  • Neues Markthallen-Konzept (Kaiser-Josef-Platz) wird spürbaren Schub bringen, ebenso das „Max Palais“ (Bahnhofstraße)
  • Weitere Verdichtung (NikolaiQuartier, Westbahnhof) ist klug und wichtig
  • Schmuckkästchen-Idee ausbauen – bis hin zu Hilfe für Schaufenster der Unternehmer
  • Frecher werden bei Shops und Ideen
  • Positionierung als „Alpen-Adria“-Genusskompetenzzentrum
  • Kooperative Marketingoffensive in Oberitalien und Slowenien
  • Themenspezifische Abend- und Nachtmärkte

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CIMA-Studie Villach: „Die Maßnahmen der Stadt greifen“

Es wurden zu den vorhandenen Daten über 2000 Befragungen durchgeführt: Im Auftrag des Stadtmarketings hat die Standortberatungsagentur CIMA erhoben, wie Villach auf künftige Herausforderungen reagieren soll. Studienleiter Roland Murauer stellte fest, dass die Rahmenbedingungen vor Ort gut seien.

Online – die große Konkurrenz. Kernaussage: Villach performt im Österreich-Vergleich sehr gut, leidet aber unter dem wirtschaftlich schwachen Umfeld: Hermagor, Spittal, Feldkirchen sowie große Teile von Villach-Land. Als eines der größten Probleme wurde eindeutig der Online-Abfluss geortet: 25 Prozent bei Bekleidung, 30 Prozent bei Elektro. Das liegt im Österreich-Schnitt, ist also leider nichts Besonderes. Die Villacherinnen und Villacher kaufen gerne daheim ein, aber Online ist die große Konkurrenz. Zwölf Prozent der gesamten Kaufkraft Villachs wird aktuell online konsumiert, im Umland sieht es ähnlich aus. Murauer: „Die Maßnahmen der Stadt Villach greifen. Das Konzept, die Stadt zum Schmuckkästchen zu machen, ist richtig. Gäste und Urlauber schätzen das sehr.“

Abwärtstrend gestoppt.  „Die Studie zeigt zweierlei: Erstens, dass wir in Villach den Abwärtstrend stoppen konnten. Und zweitens, dass wir mit Vollgas weiter am Handelsstandort Villach arbeiten müssen – mit neuen Ideen und frischem Elan“, betonte Bürgermeister Günther Albel während der Präsentation.

Villach legte massiv zu. Mit weit über 700 Unternehmen ist die Innenstadt ein attraktiver Wirtschaftsstandort. So Murauer. „Da ist vor allem herauszustreichen, dass die Villacher Innenstadt viele Dienstleister im Gesundheitsbereich, Ärzte, Therapeuten, Masseure, beinhaltet, viele Kreativwirtschaftsbetriebe, viele Rechtsanwälte und Notare. Sehr, sehr viele Beauty-Anbieter, sehr viel Gastronomie.“ Villach habe in den letzten zehn Jahren massiv an Arbeitskräften und Arbeitsstätten zugelegt: „Sehr stark, plus 20 Prozent, beim Tourismus, auf äußerst hohem Niveau. Villach zählt zu den nächtigungsstärksten Städten Österreichs.“

Villach für Slowenen überproportional attraktiv. Es herrschte bislang die Meinung vor, dass Villach eher von den italienischen Besucherströmen und Klagenfurt von slowenischen Gästen lebt. Darin liegt ein großer Irrtum. Die Studie hat ergeben, dass Villach seit dem Jahr 2016 für slowenische Besucherströme überproportional attraktiv ist. Wichtig für die Stadt ist auch, dass die generelle Attraktivität und Einkaufskriterien zufriedenstellend beurteilt werden. Speziell von den Villacherinnen und Villachern werden diese Eigenschaften mit 2,7 bewertet, nach Schulnoten. Murauer: „Das ist wirklich sehr positiv. Es gibt in Österreich auch Städte, die von der Bevölkerung gerade einmal mit einer 4,0 bewertet werden.“

Aus der Studie. Fazit der vergangenen 20 Jahre: Kaufkraft, Einwohnerzahl, Tourismusnächtigungen und Anzahl der Beschäftigten – alle Villacher Zahlen steigen. Das Umfeld stagniert oder schrumpft leider.

  • Kaufkraft: Österreichwert 100 / Villach 101 / Klagenfurt 103 / Kärntenschnitt 86
  • Tourismus (Nächtigungen): seit 2015 +20% / Klagenfurt +11%
  • Beschäftigte: Villach 32.000 (seit 2017: +1000) / Klagenfurt 51.000 (+500)
  • Bevölkerungsentwicklung (letzte 20 Jahre): Villach +11% / Klagenfurt +14% / Kärnten 1% – Prognose bis 2040: Villach +8%, Hermagor, Spittal und Feldkirchen schrumpfen

CIMA-Ausblicke und Empfehlungen:

  • Neues Markthallen-Konzept (Kaiser-Josef-Platz) wird spürbaren Schub bringen, ebenso das „Max Palais“ (Bahnhofstraße)
  • Weitere Verdichtung (NikolaiQuartier, Westbahnhof) ist klug und wichtig
  • Schmuckkästchen-Idee ausbauen – bis hin zu Hilfe für Schaufenster der Unternehmer
  • Frecher werden bei Shops und Ideen
  • Positionierung als „Alpen-Adria“-Genusskompetenzzentrum
  • Kooperative Marketingoffensive in Oberitalien und Slowenien
  • Themenspezifische Abend- und Nachtmärkte

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