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Donnerstag, 13. Juni 2024

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„Mit Area Süd unendliche Chancen für Kärnten“

KR Bernhard Plasounig, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Villach-Stadt, zu aktuellen Wirtschaftsthemen.

Plasounig

Welche Chancen verbinden Sie mit der Koralmbahn, speziell für den Wirtschaftsstandort Villach?
PLASOUNIG: Mit dem Zusammenschluss der Regionen Steiermark und Kärnten entsteht ein ganz neuer Wirtschaftsraum. Der wirtschaftliche Austausch wird beiden Seiten frische Impulse bringen. Dafür versuchen wir unsere Mitglieder nachdrücklich zu sensibilisieren, damit sie sich auf die neue Situation, die mit der Koralmbahn eintreten wird, rasch einstellen.

EINE RIESENSCHANCE FÜR KÄRNTEN
Im Bereich Fürnitz-Federaun soll das LCA-Logistik Center Austria Süd entstehen. Wie steht die Wirtschaftskammer dazu?
Das ist ein bedeutender Schnittpunkt transeuropäischer Verkehrsachsen. Deshalb steht die Wirtschaftskammer sehr stark hinter der logistischen Weiterentwicklung in Fürnitz. Der Korridor von den Häfen Triest und Koper für die Zollkontrolle in Kärnten ist eine Riesenchance für neue Betriebsansiedelungen und neue Arbeitsplätze. Die dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Weil immer wieder von möglicher Bodenversiegelung die Rede ist, möchte ich darauf hinweisen, dass die betreffenden Flächen landwirtschaftlich nicht sehr hochwertig sind.

„WIRTSCHAFTLICHER UNFUG“
Unter anderem ist von einer 32-Stunden-Woche die Rede. Was halten Sie von den aktuellen Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung?
Das ist für mich ein wirtschaftlicher Unfug. Ohne entsprechende Arbeitsleistung wird nichts laufen wie es soll, und wenn die Vier-Tage-Woche ins Gespräch kommt: Gerade jene, die Donnerstag nach Hause gehen, verlangen, wenn sie ein Problem beim Auto oder Haus haben, Freitag oder Samstag nach Handwerkern. Oder sie verlangen am Wochenende in der Gastronomie eine erstklassige Bedienung. Eine Arbeitszeitverkürzung kann einfach nicht funktionieren. Da steht unser Wohlstand, den wir uns hart erarbeitet haben, auf dem Spiel! Es kann nicht sakrosankt sein, auf 40 Wochenstunden zurückzugehen. Ein Teil des wirtschaftlichen Erfolgs der Schweizer liegt darin, dass sie länger arbeiten und weniger Feiertage haben.

Bürokratie ist in der Wirtschaft ein Dauerthema. Sind wir überreguliert?
Wir sind absolut überreguliert. Aber es gibt auch Positives, zum Beispiel die Kooperation der Wirtschaftskammer mit der Stadt Villach über die Plattform „Wirtschaft trifft Verwaltung“. Hier werden mit den Stadtspitzen Themen aus der Praxis diskutiert, bei denen Anpassungen erforderlich wären. Es muss beispielsweise möglich sein, dass ein Handwerker bei einem Schadensfall mit seinem Servicefahrzeug in die Fußgängerzone einfahren kann, ohne eine Strafe zu riskieren. Das muss transparent vermittelt werden.

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?
Das ist für mich Area Süd, die Jahrhundertchance für Kärnten und die Steiermark. Mit der Koralmbahn wachsen ab 2025 die Zentralräume rund um die Hauptstädte Graz, Klagenfurt und Villach zusammen. Es entsteht ein neuer Wirtschaftsraum Süd mit unendlichen Chancen für mehr Wachstum und Lebensqualität.

„Neugründer sind in der JW bestens aufgehoben“

Im Gespräch mit Hannah Widnig, Bezirkstellenobfrau der Wirtschaftskammer Villach-Land.

Widnig

VORREITER IN KÄRNTEN
Moderne Infrastruktur – Stichwort: Digitalisierung – ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. In welcher Form bringt sich hier die Wirtschaftskammer ein?
Die Bezirksstelle Villach war schon vor vielen Jahren Vorreiterin mit der digitalen Gewerbeanmeldung in Kärnten, worauf wir stolz sind. Die Digitalisierung dringt ja in alle Bereiche vor und ist natürlich unter den strengen Vorgaben des Datenschutzes zu sehen. In der Wirtschaftskammer dient die Datenaufbereitung dazu, zu eruieren, wo es noch Informationsbedarf gibt und wo Systemverbesserungen nötig sind.

„AMS-RICHTLINIEN NACHSCHÄRFEN“
In den Medien ist regelmäßig von Fachkräftemangel zu lesen. Was muss passieren, um dieses Problem zu lösen?
Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte, die zu ergreifen wären. Einerseits geht es um Kinderbetreuungsplätze, die erweitert werden sollten. Dadurch könnten wieder mehr Teilzeitkräfte erreicht werden. Auch entsprechende Entlastungsmaßnahmen für Elternteile mit Betreuungspflichten sollten wieder mehr Menschen in die Arbeitswelt zurückbringen. Darüber hinaus müssten aus meiner Sicht auch die AMS-Richtlinien für Unterstützungsleistungen nachgeschärft werden.

OPTIMISTISCHER ZUKUNFTSBLICK
Wie schätzen Sie die allgemeine Konjunkturlage ein?
Wir leben derzeit in sehr herausfordernden Zeiten. Es kommt einem vor, dass wir von einer Krise in die nächste schlittern. Doch der Großteil der Unternehmerinnen und Unternehmer sieht optimistisch in die Zukunft – im Wissen, dass nach jeder Abwärts- wieder eine Aufwärtsbewegung folgt.

IN DER JW BESTENS AUFGEBHOBEN
Welchen Tipp würden Sie Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern geben?
Zunächst sind sie einmal, vor allem Neugründer, in der Jungen Wirtschaft bestens aufgehoben. Es gibt ein super Netzwerk und eine äußerst aktive JW-Szene. Ich hatte ja noch bis vor Kurzem in der Jungen Wirtschaft den Vorsitz inne. Man trifft sich regelmäßig mit Gleichgesinnten und tauscht sich über aktuelle unternehmensrelevante Themen oder Problemstellungen aus. Man tut sich für die eigene Firma unter Kolleginnen und Kollegen mit ähnlichen Interessenslagen einfach leichter.

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Plasounig

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PLASOUNIG: Mit dem Zusammenschluss der Regionen Steiermark und Kärnten entsteht ein ganz neuer Wirtschaftsraum. Der wirtschaftliche Austausch wird beiden Seiten frische Impulse bringen. Dafür versuchen wir unsere Mitglieder nachdrücklich zu sensibilisieren, damit sie sich auf die neue Situation, die mit der Koralmbahn eintreten wird, rasch einstellen.

EINE RIESENSCHANCE FÜR KÄRNTEN
Im Bereich Fürnitz-Federaun soll das LCA-Logistik Center Austria Süd entstehen. Wie steht die Wirtschaftskammer dazu?
Das ist ein bedeutender Schnittpunkt transeuropäischer Verkehrsachsen. Deshalb steht die Wirtschaftskammer sehr stark hinter der logistischen Weiterentwicklung in Fürnitz. Der Korridor von den Häfen Triest und Koper für die Zollkontrolle in Kärnten ist eine Riesenchance für neue Betriebsansiedelungen und neue Arbeitsplätze. Die dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Weil immer wieder von möglicher Bodenversiegelung die Rede ist, möchte ich darauf hinweisen, dass die betreffenden Flächen landwirtschaftlich nicht sehr hochwertig sind.

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Das ist für mich ein wirtschaftlicher Unfug. Ohne entsprechende Arbeitsleistung wird nichts laufen wie es soll, und wenn die Vier-Tage-Woche ins Gespräch kommt: Gerade jene, die Donnerstag nach Hause gehen, verlangen, wenn sie ein Problem beim Auto oder Haus haben, Freitag oder Samstag nach Handwerkern. Oder sie verlangen am Wochenende in der Gastronomie eine erstklassige Bedienung. Eine Arbeitszeitverkürzung kann einfach nicht funktionieren. Da steht unser Wohlstand, den wir uns hart erarbeitet haben, auf dem Spiel! Es kann nicht sakrosankt sein, auf 40 Wochenstunden zurückzugehen. Ein Teil des wirtschaftlichen Erfolgs der Schweizer liegt darin, dass sie länger arbeiten und weniger Feiertage haben.

Bürokratie ist in der Wirtschaft ein Dauerthema. Sind wir überreguliert?
Wir sind absolut überreguliert. Aber es gibt auch Positives, zum Beispiel die Kooperation der Wirtschaftskammer mit der Stadt Villach über die Plattform „Wirtschaft trifft Verwaltung“. Hier werden mit den Stadtspitzen Themen aus der Praxis diskutiert, bei denen Anpassungen erforderlich wären. Es muss beispielsweise möglich sein, dass ein Handwerker bei einem Schadensfall mit seinem Servicefahrzeug in die Fußgängerzone einfahren kann, ohne eine Strafe zu riskieren. Das muss transparent vermittelt werden.

Was hat Ihnen zuletzt Freude bereitet?
Das ist für mich Area Süd, die Jahrhundertchance für Kärnten und die Steiermark. Mit der Koralmbahn wachsen ab 2025 die Zentralräume rund um die Hauptstädte Graz, Klagenfurt und Villach zusammen. Es entsteht ein neuer Wirtschaftsraum Süd mit unendlichen Chancen für mehr Wachstum und Lebensqualität.

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Widnig

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Die Bezirksstelle Villach war schon vor vielen Jahren Vorreiterin mit der digitalen Gewerbeanmeldung in Kärnten, worauf wir stolz sind. Die Digitalisierung dringt ja in alle Bereiche vor und ist natürlich unter den strengen Vorgaben des Datenschutzes zu sehen. In der Wirtschaftskammer dient die Datenaufbereitung dazu, zu eruieren, wo es noch Informationsbedarf gibt und wo Systemverbesserungen nötig sind.

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Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte, die zu ergreifen wären. Einerseits geht es um Kinderbetreuungsplätze, die erweitert werden sollten. Dadurch könnten wieder mehr Teilzeitkräfte erreicht werden. Auch entsprechende Entlastungsmaßnahmen für Elternteile mit Betreuungspflichten sollten wieder mehr Menschen in die Arbeitswelt zurückbringen. Darüber hinaus müssten aus meiner Sicht auch die AMS-Richtlinien für Unterstützungsleistungen nachgeschärft werden.

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Wir leben derzeit in sehr herausfordernden Zeiten. Es kommt einem vor, dass wir von einer Krise in die nächste schlittern. Doch der Großteil der Unternehmerinnen und Unternehmer sieht optimistisch in die Zukunft – im Wissen, dass nach jeder Abwärts- wieder eine Aufwärtsbewegung folgt.

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