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Donnerstag, 13. Juni 2024

Unabhängiges Stadt-Umland-Magazin

Täglich „Sommer“: Es ist für jeden etwas dabei!

Persönliche Premiere: Im Gespräch mit Mag.a Nadja Kayali, der neuen Intendantin des Carinthischen Sommers, über ihre Ziele, die heurigen Highlights, ihre Sicht auf Kärnten und Herrn Herbert.

Samstag, 6. Juli, wird Ihr erster Carinthischer Sommer unter dem Motto „Persönlich“ eröffnet. Was soll damit zum Ausdruck gebracht werden?
KAYALI: Für mich ist „Persönlich“ ganz wesentlich. Wir haben in der Pandemie erlebt, was es bedeutet, wenn wir alle nur noch auf Digital umschalten. Es fehlt uns dann das menschliche Miteinander. Und gerade in der Kultur, wo wir ja ans Herz appellieren und Gefühle erzeugen wollen, ist eben der persönliche Kontakt besonders wichtig.

Das erste Mal – Sie erleben auch persönlich eine Premiere. Wie verlief die Vorbereitungsphase?
Die Vorbereitungen waren und sind natürlich sehr arbeitsintensiv, wir haben als kleines Team aber sehr viel geschafft und den Carinthischen Sommer praktisch neu aufgestellt, auch mit einer neuen Grafik und einem sehr bunten, fröhlichen, einladenden Design.

MUSIK NUR VON KOMPONISTINNEN
Gibt es heuer etwas, das es in den vorangegangenen Festivals nicht gegeben hat?
Ja, wir haben ein Festival-Orchester, nämlich das ORF-Radio-Symphonie-Orchester Wien. Mit dem eröffnen wir auch. Dabei bieten wir etwas ganz Besonderes, nämlich ein symphonisches Konzert mit großartiger Musik aus dem 19. Jahrhundert, aus der Romantik, nur von Komponistinnen. So etwas gibt es sonst kaum wo. Damit wollen wir möglichst viele Menschen neugierig machen.

EIN EUROPÄISCHES FESTIVAL
Welche Pläne und Ziele verfolgen Sie, was wollen Sie mit dem Festival insgesamt erreichen?
Wir befinden uns mit Italien, Slowenien, auch Kroatien, in einer speziellen geografischen Situation, in einem europäischen Umfeld. Wir wollen als eigentliches Ziel den Carinthischen Sommer zu einem großen europäischen Festival entwickeln, mit vielen Kooperationen und viel Internationalität.

STARKES KULTURELLES BUNDESLAND
Sie haben als gebürtige Wienerin mit syrischen Wurzeln ihren Lebensmittelpunkt nach Kärnten verlegt. Wie erleben Sie Kärnten, speziell das kulturelle Kärnten?
Von dem, was sich hier tut, bin ich sehr begeistert. Unterstrichen wird das beispielsweise von den Komödienspielen im Schloss Porcia oder dem Stadttheater Klagenfurt mit seinem großartigen Programm. Kärnten ist ein starkes kulturelles Bundesland.

ZEITLICH, ÖRTLICH, INHALTLICH
Wie legen Sie Ihre Intendanz an, um mehr Breitenwirkung zu erreichen?
Zunächst geht es in dieser Hinsicht darum, das Festival als Marke ganz klar zu definieren, und zwar zeitlich, örtlich und inhaltlich. Zeitlich: Wir spielen nicht mehr den ganzen Sommer, sondern heuer im definierten Zeitraum zwischen 6. Juli bis 4. August, aber mit mindestens einer Veranstaltung am Tag. Was das Örtliche betrifft, fokussieren wir uns wieder sehr stark auf Villach sowie Ossiach und pflegen darüber hinaus Kooperationen im Sinne einer größeren Gemeinsamkeit mit weiteren Kärntner Festivals. Inhaltlich sind wir ja ein Klassik-Festival, aber nunmehr mit den Themenbereichen Musik, Literatur und Diskurs. Das ist mir ein besonderes Anliegen.

SUPERSTAR AUS PORTUGAL
Was würden Sie für heuer unter den 46 Veranstaltungen als absolute Höhepunkte bezeichnen?
Das ist, wie wenn Sie eine Mutter fragen, welches ihrer Kinder sie am liebsten habe … Zu den Highlights zählen natürlich die großen Orchesterkonzerte, in denen auch Filmmusik von John Williams, Weißer Hai, Star Wars, bis zu Harry Potter geboten wird. Natürlich George Gershwin. Damit wollen wir Menschen ansprechen, die sonst kaum Konzerte besuchen. Große Brillanz wird auch das Fado-Konzert haben, mit der Sängerin Cuca Roseta. Sie ist in Portugal ein Superstar. Sie hat bei uns ihren ersten Auftritt in Österreich.

NEUE SPIELSTÄTTE: FAAKER-SEE-INSEL
Heuer ist zum ersten Mal auch die Faaker-See-Insel Spielstätte. Wie ist es dazu gekomme?
Ich wusste nicht, dass es im Faaker See eine so bezaubernde Insel gibt. Das hat mich begeistert, da sollte man unbedingt was machen – aber was?! Jedenfalls etwas, das man nicht irgendwo umsetzen kann. Da bin ich auf den polnischen Komponisten Wojtek Blecharz und seine Parkoper gekommen. Das ist allerdings keine Oper, sondern ein Parcours mit den unterschiedlichsten Hörerlebnissen, die rund um die Insel inszeniert werden.

Welche Menschen und aus welchen Gründen haben Sie in Ihrem Leben nachhaltig beeindruckt?
Ganz spontan fällt mir ein: Als Wienerin war ich schon als junges Mädchen gerne im Kaffeehaus. Da gab’s den Herrn Herbert. Das war sozusagen „mein“ Ober, mit dem ich etliche Jahre diese typisch-klassische Beziehung zwischen Gast und Ober gepflegt habe. An diesem Herrn Herbert hat mich beeindruckt, mit welcher Würde er seinen Beruf ausübt. Dem konnte ich viel abgewinnen, und zwar: Es ist egal, was man macht, man soll seinen Beruf mit Würde, Freude und Zugewandtheit ausüben.

www.carinthischersommer.at

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Samstag, 6. Juli, wird Ihr erster Carinthischer Sommer unter dem Motto „Persönlich“ eröffnet. Was soll damit zum Ausdruck gebracht werden?
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Das erste Mal – Sie erleben auch persönlich eine Premiere. Wie verlief die Vorbereitungsphase?
Die Vorbereitungen waren und sind natürlich sehr arbeitsintensiv, wir haben als kleines Team aber sehr viel geschafft und den Carinthischen Sommer praktisch neu aufgestellt, auch mit einer neuen Grafik und einem sehr bunten, fröhlichen, einladenden Design.

MUSIK NUR VON KOMPONISTINNEN
Gibt es heuer etwas, das es in den vorangegangenen Festivals nicht gegeben hat?
Ja, wir haben ein Festival-Orchester, nämlich das ORF-Radio-Symphonie-Orchester Wien. Mit dem eröffnen wir auch. Dabei bieten wir etwas ganz Besonderes, nämlich ein symphonisches Konzert mit großartiger Musik aus dem 19. Jahrhundert, aus der Romantik, nur von Komponistinnen. So etwas gibt es sonst kaum wo. Damit wollen wir möglichst viele Menschen neugierig machen.

EIN EUROPÄISCHES FESTIVAL
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Wir befinden uns mit Italien, Slowenien, auch Kroatien, in einer speziellen geografischen Situation, in einem europäischen Umfeld. Wir wollen als eigentliches Ziel den Carinthischen Sommer zu einem großen europäischen Festival entwickeln, mit vielen Kooperationen und viel Internationalität.

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Zunächst geht es in dieser Hinsicht darum, das Festival als Marke ganz klar zu definieren, und zwar zeitlich, örtlich und inhaltlich. Zeitlich: Wir spielen nicht mehr den ganzen Sommer, sondern heuer im definierten Zeitraum zwischen 6. Juli bis 4. August, aber mit mindestens einer Veranstaltung am Tag. Was das Örtliche betrifft, fokussieren wir uns wieder sehr stark auf Villach sowie Ossiach und pflegen darüber hinaus Kooperationen im Sinne einer größeren Gemeinsamkeit mit weiteren Kärntner Festivals. Inhaltlich sind wir ja ein Klassik-Festival, aber nunmehr mit den Themenbereichen Musik, Literatur und Diskurs. Das ist mir ein besonderes Anliegen.

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Was würden Sie für heuer unter den 46 Veranstaltungen als absolute Höhepunkte bezeichnen?
Das ist, wie wenn Sie eine Mutter fragen, welches ihrer Kinder sie am liebsten habe … Zu den Highlights zählen natürlich die großen Orchesterkonzerte, in denen auch Filmmusik von John Williams, Weißer Hai, Star Wars, bis zu Harry Potter geboten wird. Natürlich George Gershwin. Damit wollen wir Menschen ansprechen, die sonst kaum Konzerte besuchen. Große Brillanz wird auch das Fado-Konzert haben, mit der Sängerin Cuca Roseta. Sie ist in Portugal ein Superstar. Sie hat bei uns ihren ersten Auftritt in Österreich.

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Ganz spontan fällt mir ein: Als Wienerin war ich schon als junges Mädchen gerne im Kaffeehaus. Da gab’s den Herrn Herbert. Das war sozusagen „mein“ Ober, mit dem ich etliche Jahre diese typisch-klassische Beziehung zwischen Gast und Ober gepflegt habe. An diesem Herrn Herbert hat mich beeindruckt, mit welcher Würde er seinen Beruf ausübt. Dem konnte ich viel abgewinnen, und zwar: Es ist egal, was man macht, man soll seinen Beruf mit Würde, Freude und Zugewandtheit ausüben.

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