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Freitag, 1. März 2024

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Arriach: Spatenstich für Kraftwerk und Schaltwerk

In der Klamm, zwischen Äußere Einöde und Afritz, haben heute zahlreiche Ehrengäste den Spatenstich für den Wiederaufbau des Kraftwerkes Arriach und des Schaltwerkes Arriach vorgenommen. Beide Anlagen wurden Ende Juni 2022 bei der Unwetterkatastrophe zerstört, die in den Gemeinden Arriach und Treffen viele weitere, schwere Schäden anrichtete. Das Kraftwerk Arriach der Kelag war 99 Jahre alt, das Schaltwerk der Kärnten Netz war erst 2017 erneuert worden.

Strom für mehr als 1.800 Haushalte. Nun beginnen die Kelag und die Kärnten Netz mit dem Wiederaufbau ihrer Anlagen an der gleichen Stelle in der Klamm, beide Unternehmen investieren gemeinsam mehr als zehn Millionen Euro. Das Kraftwerk und Schaltwerk Arriach sind wichtige Anlagen für die sichere Stromversorgung der Kundinnen und Kunden in den Gemeinden Treffen, Arriach, Afritz und Feld am See.

Effizienzsteigerung. Das neue Kraftwerk Arriach wird über eine Leistung von 2,4 MW verfügen und pro Jahr rund 6,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 1.800 Haushalten und ist um 15 Prozent mehr als die Erzeugung des alten Kraftwerkes. „Die moderne Technik des neuen Maschinensatzes macht diese Effizienzsteigerung möglich“, erläuterte Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. Die Bachfassung, die genutzte Wassermenge und die Fallhöhe bleiben unverändert.

Sowohl das Kraftwerk als auch das Schaltwerk Arriach waren Ende Juni 2022 bei der Unwetterkatastrophe zerstört worden.

Gemeinsam wieder aufbauen. Besonderes Augenmerk legt die Kelag auf den Hochwasserschutz beim neuen Krafthaus. „Wir errichten das neue Gebäude mit acht Metern Abstand vom Afritzer Bach. Damit ist es möglich, das Bachbett in diesem Bereich zu verbreitern und die Hochwasserabfuhr zu verbessern“, betonte Draxler. „Zusätzlich errichten wir am linken Ufer des Afritzer Baches eine Ufermauer aus Stahlbeton und bauen Flussbausteine ein. Dieser Spatenstich zeigt, dass wir uns von der Unwetterkatastrophe nicht unterkriegen lassen, dass wir alle zusammenhalten, dass wir gemeinsam wieder aufbauen und dass es wieder aufwärts geht!“

Grüne, nachhaltige Energiezukunft. „Was der Klimawandel bedeuten kann, haben die Menschen im Gegendtal im Juni 2022 leider erleben müssen. Wir als Kelag sind ebenfalls direkt betroffen gewesen“, sagte Danny Güthlein, Vorstand der Kelag. „Umso wichtiger ist es, verstärkt auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie zu setzen, die Energiezukunft aktiv zu gestalten, damit wir als Gesellschaft und Wirtschaft aus der Nutzung fossiler Energie aussteigen können. Diesen Weg geht unser Unternehmen sehr konsequent. Das Kraftwerk Arriach wird ab Ende 2024 wieder zur grünen Stromversorgung im Gegendtal beitragen, als ein wichtiger Baustein im Energiesystem der Zukunft!“

Noch einmal ein großes Dankeschön an die Hilfskräfte! Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig sagte beim Spatenstich: „Die Zerstörung dieses Kraftwerks, das 99 Jahre verlässlich Strom für das Gegendtal produzierte, zeigt eindrücklich, welche ungemeinen Naturgewalten hier freigesetzt wurden. Der heutige Spatenstich für die Neuerrichtung des Kraftwerks und des Schaltwerks ist nicht nur Startschuss für intensive Bautätigkeit, sondern steht darüber hinaus auch symbolisch für den Neuanfang in Treffen und Arriach. Ein ganz großes Dankeschön gilt den Hilfskräften, die hier wirklich Unglaubliches geleistet haben – von den Mitgliedern der Einsatzorganisationen über Menschen aus dem ganzen Land, die hierherkamen, um mit anzupacken, bis hin zu den Gemeindebürgerinnen und -bürgern von Arriach und Treffen, die einander nachbarschaftlich beigestanden sind.“

Vorzeigeprojekt. „Eine nachhaltige Energiepolitik ist immer mehr auch ein Standortfaktor“, betonte Energielandesrat Sebastian Schuschnig. „Wir haben in Kärnten deshalb eine Trendwende im Energiebereich eingeleitet mit dem klaren Ziel, mehr Projekte zu ermöglichen. Die Wasserkraft hat in Kärnten eine lange Tradition und ist ein wichtiger Faktor, um als Bundesland in der Energieversorgung ganzjährig regional unabhängig zu sein. Der Wiederaufbau des Kraftwerks in Arriach ist ein Vorzeigeprojekt, wie durch Effizienzsteigerung die Wasserkraft weiter an Bedeutung gewinnen kann, und trägt wesentlich dazu bei, im Gegendtal eine regional unabhängige und nachhaltige Stromversorgung zu sichern. Damit stärken wir zugleich den Standort und sorgen für die regionale Wertschöpfung im Land.“

Wiedererrichtung des Schaltwerkes Arriach. Im Gebäude des neuen Kraftwerkes wird die Kärnten Netz das neue Schaltwerk installieren. „Das Schaltwerk ist ein wichtiger Knoten in unserem 20-kV-Netz zur Versorgung der Kundinnen und Kunden im Gegendtal“, unterstrich Geschäftsführer Michael Marketz. „Dieses Schaltwerk ist auf der 20-kV-Ebene mit den vier Umspannwerken Landskron, Radenthein, Feldkirchen und Bad Kleinkirchheim verbunden. So können wir unsere Kundinnen und Kunden im Gegendtal sicher versorgen und in Störfällen rasch umschalten.“

Automatisiert und ferngesteuert. „Mit der Inbetriebnahme des wieder aufgebauten Schaltwerkes Ende 2024 stellen wir wieder den Zustand her, den wir vor der Unwetterkatastrophe gehabt haben“, betonte Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Kärnten Netz. „Auch der Strom aus dem neuen Kraftwerk Arriach wird über dieses Schaltwerk in unser Netz eingespeist.“ Das neue Schaltwerk wird von der Kärnten Netz automatisiert, fernüberwacht und ferngesteuert betrieben werden.

„Gewaltiges Zeichen für das Gemeinsame.“ „Der heutige Spatenstich ist ein gewaltiges Zeichen für die Entwicklung und das Gemeinsame. Die Welle der Hilfsbereitschaft fürs Gegendtal ist nie abgerissen. Dafür sind wir zutiefst dankbar und sehr gerührt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir in Kärnten künftig von Unwettern verschont werden, dass der Zusammenhalt bestehen bleibt und dass wir künftig mehr auf unsere Natur aufpassen“, sagte Klaus Glanznig, Bürgermeister der Marktgemeinde Treffen am Ossiacher See.

„Immer noch alle Hände voll zu tun.“ „Knapp eineinhalb Jahre nach der Unwetterkatastrophe haben wir immer noch alle Hände voll zu tun, um für die Bürgerinnen und Bürger Normalität herzustellen. Ich bedanke mich bei allen, die mithelfen, für die Zusammenarbeit und das gute Miteinander. Gemeinsam konnten wir den Menschen zeigen, dass wir die Katastrophe sehr gut bewältigen“, sagte Gerald Ebner, Bürgermeister von Arriach.„Weiterhin allzeit bereit.“ „Der Zusammenhalt, der hier gelebt wird, ist so wichtig und entscheidend für den Erfolg bei der Krisenbewältigung. Um die Qualität für zukünftige Einsätze weiter stärken zu können, wird das Bundesheer in seine Ausstattung investieren. Wir stehen also auch weiterhin allzeit bereit, wenn wir gebraucht werden“, betonte Militärkommandant Philipp Eder.

Drohnenvideos hier:

https://kelag.celum.cloud/pinaccess/showpin.do?pinCode=DSU6wBNVwhyT

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