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Samstag, 20. Juli 2024

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LEADER: Die Menschen vor Ort entwickeln ihre Region

MITEINANDER in der Region und die Stärkung der regionalen Identität als Schwerpunkt in der neuen LEADER-Förderperiode 2023-2027. Im Gespräch mit LAG- und Regionalmanagerin Melanie Köfeler.

LAG-Managerin – welche Aufgaben sind damit verbunden?
KÖFELER: Ich bin verantwortlich für die Erstellung der LEADER-Strategie unserer Region und somit auch zuständig für die Umsetzung der Projekte, die in der Entwicklungsstrategie – gemeinsam mit der Bevölkerung – konzipiert wurden. Wir arbeiten mit lokalen Verwaltungen, unterschiedlichsten Interessensgruppen und regionalen Partnern zusammen und fördern so den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren in der Region, einschließlich der lokalen Bevölkerung, um Projekte anzustoßen. Ich wirke auch bei der Koordinierung von Konzepten, Akteuren und Prozessen zur regionalen Entwicklung in der Region mit.

KLEINE INVESTITIONEN – GROSSE WIRKUNG
Was bleiben in der vergangenen EU-Förderperiode als echte Vorzeigeprojekte?
Wir haben 70 geplante Projekte umgesetzt, die sich zum Großteil in unserer Projektbroschüre „Miteinander“ wiederfinden. Beispiele dafür sind der MTB-Trail „PROlitzen“ auf der Gerlitzen Alpe, zwei große Erwachsenenbildungsprojekte in allen Gemeinden der Region, Smart Region Villach-Umland oder die Trüffelplantage in St. Egyden. Durch das Engagement der Bevölkerung und Vereine konnte auch eine Vielzahl an Kleinprojekten realisiert werden, bei denen vielleicht klein-wirkende Investitionen für die Region getätigt wurden – jedoch mit großer Außenwirkung.

PASSEND ZUR AUSRICHTUNG
In einer der 15 Mitgliedsgemeinden wird eine Idee geboren – wie läuft dann die Umsetzung konkret ab?
Die Projektträgerinnen und -träger befüllen als ersten Schritt unsere „Projektkurzbeschreibung“, wir überprüfen die Förderfähigkeit passend zu unserer strategischen Ausrichtung der LES, der Lokalen Entwicklungsstrategie, unterstützen bei notwendigen Anpassungen und bereiten gemeinsam die Unterlagen für die Präsenation im Projektauswahlgremium und die Einreichung bei der Förderstelle vor.

Welche Vorhaben sind für die aktuelle Förderprogrammperiode 2023-2027 schwerpunktmäßig geplant?
Der Fokus liegt im Aktionsfeld 3 „Gemeinwohl“ der LES. Die Stärkung der regionalen Identität, das Miteinander, der Erhalt des ländlichen Arbeits- und Lebensraums sowie die Stärkung der Ortskerne sind zentrale Themen, ebenso der Klimaschutz und die Klimawandelanpassung.

Was hat eine Chance, realisiert zu werden?
Projekte, welche sich thematisch in einem der vier Aktionsfelder unserer LES wiederfinden, innovativ sind, nachhaltig wirken und so zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum beitragen. Innovation ist dabei ein bedeutender Motor für regionale Wertschöpfung und Entwicklung.

IN DER REGION FÜR DIE REGION
Wer entscheidet, welche Projekte umgesetzt werden?
In der LAG gibt es ein Projektauswahlgremium, das mittels eines Kriterienkataloges die Projekte beurteilt und beschließt. Dieses Fachgremium besteht aus zehn Mitgliedern mit breit aufgestellten Kompetenzen aus der Region. Somit wird sichergestellt, dass alle LEADER-Projekte in der Region für die Region beschlossen werden. Diese Form der selbstbestimmten Regionalentwicklung gibt es nur bei LEADER.

DAS ERKLÄRTE ZIEL
Was erachten Sie als besonders herausfordernd?
In der Region Villach-Umland finden sich starke regionale Unterschiede. Wir haben die Stadt Villach als wichtigen Arbeits- und Bildungsstandort in der Region. Viele Gemeinden sind jedoch stark mit Abwanderung konfrontiert, wohingegen die stadtnahen Gemeinden Zuzüge verbuchen. Auch die Abnahme und Alterung der Bevölkerung in peripheren und strukturschwachen Gemeinden verstärken dieses Ungleichgewicht. Besonders herausfordernd ist für mich also die Frage, wie sich die Region unter den veränderten Rahmenbedingungen neu aufstellen kann beziehungsweise soll. Dies alles unter einen Hut zu bringen, um zukunftsfähige Entwicklungen anzustoßen, ist mein erklärtes Ziel für die nächsten Jahre.

Wie könnte die Wirkung von LEADER noch optimiert werden?
Mit neuen Stakeholdern, neuen „Treibern“, besser gesagt, neuen Innovatoren in der Region, die zur Entwicklung der Region etwas beitragen möchten. Es bedarf aufgeschlossener Entscheider und integrierender Erneuerer. Und dass vor allem junge Menschen in regionalpolitischen Prozessen beteiligt und gehört werden.

„WIR ALLE ALS TEIL DER LÖSUNG“
Ihre Wünsche für die Zukunft?
Ich möchte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein in der Bevölkerung dahingehend ändert, dass jede und jeder unsere Region aktiv mitgestalten kann, dass wir alle Teil der Lösung sein können. Die Menschen vor Ort sollen – mit unserer Unterstützung – ihre Region weiterentwickeln sowie den ländlichen Raum mit durchdachten Projekten kräftigen; nach dem Motto: „Gemeinsam regionale Zukunft gestalten“.

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MITEINANDER in der Region und die Stärkung der regionalen Identität als Schwerpunkt in der neuen LEADER-Förderperiode 2023-2027. Im Gespräch mit LAG- und Regionalmanagerin Melanie Köfeler.

LAG-Managerin – welche Aufgaben sind damit verbunden?
KÖFELER: Ich bin verantwortlich für die Erstellung der LEADER-Strategie unserer Region und somit auch zuständig für die Umsetzung der Projekte, die in der Entwicklungsstrategie – gemeinsam mit der Bevölkerung – konzipiert wurden. Wir arbeiten mit lokalen Verwaltungen, unterschiedlichsten Interessensgruppen und regionalen Partnern zusammen und fördern so den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren in der Region, einschließlich der lokalen Bevölkerung, um Projekte anzustoßen. Ich wirke auch bei der Koordinierung von Konzepten, Akteuren und Prozessen zur regionalen Entwicklung in der Region mit.

KLEINE INVESTITIONEN – GROSSE WIRKUNG
Was bleiben in der vergangenen EU-Förderperiode als echte Vorzeigeprojekte?
Wir haben 70 geplante Projekte umgesetzt, die sich zum Großteil in unserer Projektbroschüre „Miteinander“ wiederfinden. Beispiele dafür sind der MTB-Trail „PROlitzen“ auf der Gerlitzen Alpe, zwei große Erwachsenenbildungsprojekte in allen Gemeinden der Region, Smart Region Villach-Umland oder die Trüffelplantage in St. Egyden. Durch das Engagement der Bevölkerung und Vereine konnte auch eine Vielzahl an Kleinprojekten realisiert werden, bei denen vielleicht klein-wirkende Investitionen für die Region getätigt wurden – jedoch mit großer Außenwirkung.

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In einer der 15 Mitgliedsgemeinden wird eine Idee geboren – wie läuft dann die Umsetzung konkret ab?
Die Projektträgerinnen und -träger befüllen als ersten Schritt unsere „Projektkurzbeschreibung“, wir überprüfen die Förderfähigkeit passend zu unserer strategischen Ausrichtung der LES, der Lokalen Entwicklungsstrategie, unterstützen bei notwendigen Anpassungen und bereiten gemeinsam die Unterlagen für die Präsenation im Projektauswahlgremium und die Einreichung bei der Förderstelle vor.

Welche Vorhaben sind für die aktuelle Förderprogrammperiode 2023-2027 schwerpunktmäßig geplant?
Der Fokus liegt im Aktionsfeld 3 „Gemeinwohl“ der LES. Die Stärkung der regionalen Identität, das Miteinander, der Erhalt des ländlichen Arbeits- und Lebensraums sowie die Stärkung der Ortskerne sind zentrale Themen, ebenso der Klimaschutz und die Klimawandelanpassung.

Was hat eine Chance, realisiert zu werden?
Projekte, welche sich thematisch in einem der vier Aktionsfelder unserer LES wiederfinden, innovativ sind, nachhaltig wirken und so zur Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum beitragen. Innovation ist dabei ein bedeutender Motor für regionale Wertschöpfung und Entwicklung.

IN DER REGION FÜR DIE REGION
Wer entscheidet, welche Projekte umgesetzt werden?
In der LAG gibt es ein Projektauswahlgremium, das mittels eines Kriterienkataloges die Projekte beurteilt und beschließt. Dieses Fachgremium besteht aus zehn Mitgliedern mit breit aufgestellten Kompetenzen aus der Region. Somit wird sichergestellt, dass alle LEADER-Projekte in der Region für die Region beschlossen werden. Diese Form der selbstbestimmten Regionalentwicklung gibt es nur bei LEADER.

DAS ERKLÄRTE ZIEL
Was erachten Sie als besonders herausfordernd?
In der Region Villach-Umland finden sich starke regionale Unterschiede. Wir haben die Stadt Villach als wichtigen Arbeits- und Bildungsstandort in der Region. Viele Gemeinden sind jedoch stark mit Abwanderung konfrontiert, wohingegen die stadtnahen Gemeinden Zuzüge verbuchen. Auch die Abnahme und Alterung der Bevölkerung in peripheren und strukturschwachen Gemeinden verstärken dieses Ungleichgewicht. Besonders herausfordernd ist für mich also die Frage, wie sich die Region unter den veränderten Rahmenbedingungen neu aufstellen kann beziehungsweise soll. Dies alles unter einen Hut zu bringen, um zukunftsfähige Entwicklungen anzustoßen, ist mein erklärtes Ziel für die nächsten Jahre.

Wie könnte die Wirkung von LEADER noch optimiert werden?
Mit neuen Stakeholdern, neuen „Treibern“, besser gesagt, neuen Innovatoren in der Region, die zur Entwicklung der Region etwas beitragen möchten. Es bedarf aufgeschlossener Entscheider und integrierender Erneuerer. Und dass vor allem junge Menschen in regionalpolitischen Prozessen beteiligt und gehört werden.

„WIR ALLE ALS TEIL DER LÖSUNG“
Ihre Wünsche für die Zukunft?
Ich möchte dazu beitragen, dass sich das Bewusstsein in der Bevölkerung dahingehend ändert, dass jede und jeder unsere Region aktiv mitgestalten kann, dass wir alle Teil der Lösung sein können. Die Menschen vor Ort sollen – mit unserer Unterstützung – ihre Region weiterentwickeln sowie den ländlichen Raum mit durchdachten Projekten kräftigen; nach dem Motto: „Gemeinsam regionale Zukunft gestalten“.

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