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Sonntag, 19. Mai 2024

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„Im Gespräch mit Barbara Stöckl“

Moderatorin, Journalistin, Autorin, Produzentin: Seit Jahrzehnten verbindet Barbara Stöckl einfühlsam und ernsthaft Menschen. Im Gespräch mit ihr.

Ihre Schwester Claudia frühstückt bereits seit vielen Jahren sonntags mit großen Persönlichkeiten auf Ö3, Sie moderieren schon einige Jahrzehnte für den ORF (beispielsweise das Talkformat „Stöckl“, donnerstags 23 Uhr, ORF 2) und managen Ihre eigene Produktionsfirma. Bleibt Zeit, sich mit Ihrer Schwester auszutauschen ?
BARBARA STÖCKL: Wir sehen einander oft am Wochenende, auch bei allen unseren Familienfeiern, wir sind ja Teil einer sehr großen Familie. Fünf Geschwister, acht Neffen und Nichten, da gibt es immer viel Gesprächsstoff, und der ist meist privat! Die Themen sind wohl die, um die es im Leben so geht: das Heranwachsen der Kinder zu selbstständigen, beeindruckenden Persönlichkeiten. Die Liebe in allen Schattierungen, Freuden, Sorgen und Nöten. Das Altwerden, das Loslassen, das Abschiednehmen – die Themen des Lebens halt!

VERSCHIEDENE LEBENSWELTEN
„Stöckl“: Nach welchen Kriterien werden Personen und Themen ausgewählt?
Wir wollen Menschen aus verschiedenen Lebenswelten an einen Tisch bringen. Junge und alte, Männer und Frauen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Sportlerinnen und Sportler, Künstlerinnen und Künstler, Handwerkerinnen und Handwerker, Landwirtinnen und Landwirte, Kabarettistinnen und Kabarettisten – Menschen, die einander sonst nicht treffen würden. Brücken zu bauen, halte ich für eine der wichtigsten und lohnendsten Aufgaben, im Fernsehen, in der Gesellschaft!

SITZUNGEN, BESPRECHUNGEN, MAILS …
Wie schaut Ihr Tagesablauf aus?

Ich bin Geschäftsführerin der Firma KIWI TV, leite die Redaktion der Gesprächssendung, bin außerdem Ombudsfrau – und moderiere. Mein Tag beginnt meist um 7 Uhr 30, dann geht es in das eine oder ins andere Büro. Sitzungen, Besprechungen, Mails, Konzepte, Kalkulationen, viel lesen, und dann noch die Moderationen vorbereiten. Am Heimweg versuche ich einen Spaziergang einzuplanen, oder auch eine Stunde Pilates, gegen 20 Uhr bin ich dann zu Hause.

FÜR SOZIALE NOTLAGEN
Sie sind auch Botschafterin für „Licht ins Dunkel“. Wie sehen Sie rückblickend die Entwicklung diese Spendenshow?
Das ist ein großes Thema, das über Jahrzehnte reicht. Da hat sich so viel getan! Menschen mit Behinderung sind heute ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, es geht um Unterstützung, es geht um Rechte! Soziale Notlagen sind allerdings vielfältig, ein großer Teil der Spenden wird heute für Kinder benötigt, die in Armut leben. Die Darstellung von Notlagen, von Bedürftigkeit hat sich in den Jahrzehnten deutlich verändert, und das ist gut so! Pius Strobl ist da ein kraftvoller, hartnäckiger Kopf und mit Franz Joseph Huainigg hat der ORF einen kompetenten Ratgeber, der uns in Bezug auf Bilder, Sprache, Ausrichtung immer wieder weiterhilft und schult!

„NIE AUFHÖREN ZU STAUNEN“
Wenn etwas Zeit bleibt, wie nützen Sie Ihre Freizeit?
Zeit für meinen Mann und auch Zeit für mich selbst. Und Zeit mit der Familie, mit Freunden, mit den „Kindern“, die schon groß sind. Zeit in der Natur zu verbringen. Gerade jetzt der Frühling – jedes Jahr ein Wunder! Nie aufhören zu staunen. Es geht immer wieder darum, eine gute Balance zu finden

„HUMOR IST DER KNOPF …“
Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Kinder, wenn sie Formulierungen und Worte verwenden, die den Nagel auf den Kopf treffen, die mich erfreuen, die ich mir auch gerne aufschreibe. Ich besuche aber auch gerne Kabarettvorstellungen. Da ist es mitunter ein Lachen, das im Halse stecken bleibt. Aber Humor ist ja der Knopf, den man drückt, damit einem nicht der Kragen platzt.
Was hat Ihnen zuletzt echt Freude bereitet?
Ein Strauß Tulpen, den mir mein Mann geschenkt hat. Das Vertrauen, das mir meine Chefs entgegenbringen. Junge Mitarbeiter, die wachsen, sich entwickeln. Die Anerkennung und Zuneigung, lobende Worte. Zuletzt hat ein Zuschauer mir zu unserem „Philosophischen Forum“ gratuliert und mich in den „journalistischen Himmelsthron“ gesetzt. Da musste ich schmunzeln, aber es hat mich auch gefreut!

„ICH BIN EIN GLÜCKSKIND!“
Es heißt unter anderem, man wird mit dem Älterwerden gelassener. Wie hat sich Ihre Einstellung zum Leben mit den Jahren verändert?
Ich hoffe immer noch, dass sich diese Gelassenheit bei mir einstellt. Da warte ich leider noch drauf. Aber ich übe, versuche Dinge nicht ganz so wichtig zu nehmen, ich blicke auf ein so reiches, erfülltes Leben, ich bin ein Glückskind!

„HINFALLEN, KRONE RICHTEN …“
Das Leben ist ja keine „g’mahte Wiesn“, wie wir landläufig sagen. Durch welche(n) Misserfolg(e)konnten Sie reifen?
Da gibt es einige. Hinfallen, Krone richten, aufstehen, weitergehen. Man kann das Leben nur rückblickend verstehen, man muss es vorwärts leben. Jedes Scheitern war auch ein Gewinn, und wenn es kein Gewinn war, war es ein Lehrer.
Gibt es etwas, das Sie noch unbedingt lernen wollen?
Ein Klimmzug. Handstand ohne Wand. Tischlern, mit Holz arbeiten!
Was hätte ich Sie noch fragen sollen?
Das Leben stellt die Fragen! (Viktor Frankl)

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Moderatorin, Journalistin, Autorin, Produzentin: Seit Jahrzehnten verbindet Barbara Stöckl einfühlsam und ernsthaft Menschen. Im Gespräch mit ihr.

Ihre Schwester Claudia frühstückt bereits seit vielen Jahren sonntags mit großen Persönlichkeiten auf Ö3, Sie moderieren schon einige Jahrzehnte für den ORF (beispielsweise das Talkformat „Stöckl“, donnerstags 23 Uhr, ORF 2) und managen Ihre eigene Produktionsfirma. Bleibt Zeit, sich mit Ihrer Schwester auszutauschen ?
BARBARA STÖCKL: Wir sehen einander oft am Wochenende, auch bei allen unseren Familienfeiern, wir sind ja Teil einer sehr großen Familie. Fünf Geschwister, acht Neffen und Nichten, da gibt es immer viel Gesprächsstoff, und der ist meist privat! Die Themen sind wohl die, um die es im Leben so geht: das Heranwachsen der Kinder zu selbstständigen, beeindruckenden Persönlichkeiten. Die Liebe in allen Schattierungen, Freuden, Sorgen und Nöten. Das Altwerden, das Loslassen, das Abschiednehmen – die Themen des Lebens halt!

VERSCHIEDENE LEBENSWELTEN
„Stöckl“: Nach welchen Kriterien werden Personen und Themen ausgewählt?
Wir wollen Menschen aus verschiedenen Lebenswelten an einen Tisch bringen. Junge und alte, Männer und Frauen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Sportlerinnen und Sportler, Künstlerinnen und Künstler, Handwerkerinnen und Handwerker, Landwirtinnen und Landwirte, Kabarettistinnen und Kabarettisten – Menschen, die einander sonst nicht treffen würden. Brücken zu bauen, halte ich für eine der wichtigsten und lohnendsten Aufgaben, im Fernsehen, in der Gesellschaft!

SITZUNGEN, BESPRECHUNGEN, MAILS …
Wie schaut Ihr Tagesablauf aus?

Ich bin Geschäftsführerin der Firma KIWI TV, leite die Redaktion der Gesprächssendung, bin außerdem Ombudsfrau – und moderiere. Mein Tag beginnt meist um 7 Uhr 30, dann geht es in das eine oder ins andere Büro. Sitzungen, Besprechungen, Mails, Konzepte, Kalkulationen, viel lesen, und dann noch die Moderationen vorbereiten. Am Heimweg versuche ich einen Spaziergang einzuplanen, oder auch eine Stunde Pilates, gegen 20 Uhr bin ich dann zu Hause.

FÜR SOZIALE NOTLAGEN
Sie sind auch Botschafterin für „Licht ins Dunkel“. Wie sehen Sie rückblickend die Entwicklung diese Spendenshow?
Das ist ein großes Thema, das über Jahrzehnte reicht. Da hat sich so viel getan! Menschen mit Behinderung sind heute ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, es geht um Unterstützung, es geht um Rechte! Soziale Notlagen sind allerdings vielfältig, ein großer Teil der Spenden wird heute für Kinder benötigt, die in Armut leben. Die Darstellung von Notlagen, von Bedürftigkeit hat sich in den Jahrzehnten deutlich verändert, und das ist gut so! Pius Strobl ist da ein kraftvoller, hartnäckiger Kopf und mit Franz Joseph Huainigg hat der ORF einen kompetenten Ratgeber, der uns in Bezug auf Bilder, Sprache, Ausrichtung immer wieder weiterhilft und schult!

„NIE AUFHÖREN ZU STAUNEN“
Wenn etwas Zeit bleibt, wie nützen Sie Ihre Freizeit?
Zeit für meinen Mann und auch Zeit für mich selbst. Und Zeit mit der Familie, mit Freunden, mit den „Kindern“, die schon groß sind. Zeit in der Natur zu verbringen. Gerade jetzt der Frühling – jedes Jahr ein Wunder! Nie aufhören zu staunen. Es geht immer wieder darum, eine gute Balance zu finden

„HUMOR IST DER KNOPF …“
Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Kinder, wenn sie Formulierungen und Worte verwenden, die den Nagel auf den Kopf treffen, die mich erfreuen, die ich mir auch gerne aufschreibe. Ich besuche aber auch gerne Kabarettvorstellungen. Da ist es mitunter ein Lachen, das im Halse stecken bleibt. Aber Humor ist ja der Knopf, den man drückt, damit einem nicht der Kragen platzt.
Was hat Ihnen zuletzt echt Freude bereitet?
Ein Strauß Tulpen, den mir mein Mann geschenkt hat. Das Vertrauen, das mir meine Chefs entgegenbringen. Junge Mitarbeiter, die wachsen, sich entwickeln. Die Anerkennung und Zuneigung, lobende Worte. Zuletzt hat ein Zuschauer mir zu unserem „Philosophischen Forum“ gratuliert und mich in den „journalistischen Himmelsthron“ gesetzt. Da musste ich schmunzeln, aber es hat mich auch gefreut!

„ICH BIN EIN GLÜCKSKIND!“
Es heißt unter anderem, man wird mit dem Älterwerden gelassener. Wie hat sich Ihre Einstellung zum Leben mit den Jahren verändert?
Ich hoffe immer noch, dass sich diese Gelassenheit bei mir einstellt. Da warte ich leider noch drauf. Aber ich übe, versuche Dinge nicht ganz so wichtig zu nehmen, ich blicke auf ein so reiches, erfülltes Leben, ich bin ein Glückskind!

„HINFALLEN, KRONE RICHTEN …“
Das Leben ist ja keine „g’mahte Wiesn“, wie wir landläufig sagen. Durch welche(n) Misserfolg(e)konnten Sie reifen?
Da gibt es einige. Hinfallen, Krone richten, aufstehen, weitergehen. Man kann das Leben nur rückblickend verstehen, man muss es vorwärts leben. Jedes Scheitern war auch ein Gewinn, und wenn es kein Gewinn war, war es ein Lehrer.
Gibt es etwas, das Sie noch unbedingt lernen wollen?
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