14.4 C
Villach
Freitag, 5. Juni 2026

Unabhängiges Stadt-Umland-Magazin

Villach: Neue Attraktionen und Nächtigungsrekord

Im Gespräch mit Bürgermeister Günther Albel über aktuelle Projekte, neue Attraktionen, Integration und Stadtentwicklungen.

Neben der Koralmbahn verbindet jetzt auch die Westbahn Wien mit Kärnten. Was erwarten Sie sich für den Wirtschaftsraum Villach?
ALBEL: Neue Verbindungen schaffen neue Möglichkeiten. Die Koralmbahn und der neue Anbieter Westbahn eröffnen uns im touristischen und wirtschaftlichen Kontext viele neue Chancen. Die Stadt Graz ist mir ihren 300.000 Einwohnern nur noch einen Katzensprung entfernt. Mittlerweile ist schon zu erkennen, dass sich zwei Regionen, nämlich der steirische und der Kärntner Zentralraum, näherkommen. Unsere Stadt rückt verstärkt in den Fokus. Erfreulich ist, dass die Westbahn ihr Angebot von Wien nach Villach bewirbt. Auch als Bahnknoten ist Villach das Um und Auf in Österreich.

EIN MAGNET FÜR DIE INNENSTADT
In welcher Phase befindet sich das Kindererlebnisprojekt auf dem Hauptplatz, was bedeutet es für die Innenstadt?
Das war eine tolle Fügung, dass Investor August de Roode dieses viele Jahre nahezu leerstehende Haus gekauft hat und auch Maßnahmen setzt. Der Umbau hat schon begonnen. Es wird ein Schmuckstück. Villach ist eine digitale Stadt. Es passt damit genau, dass der Tourismus diese digitale Welt in die Innenstadt holt. Es kommt ein 5D-Kino, in dem man – das ist einmalig in Österreich – über die touristischen Ziele der Region fliegt, verbunden mit einer Kindererlebniswelt und viel digitalem Charakter. Es wird ein Magnet für die Innenstadt.

WESENTLICH MEHR KONZERTE
Die zweite Eishalle als Kärntens größtes Sport-Infrastrukturprojekt soll im Oktober fertiggestellt sein. Welche Möglichkeiten eröffnen sich damit für den Eissport?
Mit der zweiten Halle wird der Breiten- und Spitzensport gestärkt und erweitert die Möglichkeiten für den Eissport massiv. Sie bietet dringend benötigte Eisflächen für den Nachwuchs und die Vereine. Es entsteht ein Bundesleistungszentrum für Dameneishockey, also das offizielle Leistungszentrum des Österreichischen Eishockeyverbandes. Mit der Erweiterung bietet sich jetzt auch die Chance, wesentlich mehr Konzerte zu veranstalten.

WETTERUNABHÄNGIGES ERLEBNIS
Der geplante Josefsmarkt am Kaiser-Josef-Platz ist ein Großprojekt der Stadtentwicklung. Welche Zielvorstellungen sind damit verbunden, wann erfolgt der sichtbare Baustart?
Wir gehen davon aus, dass im Herbst mit den Abrissarbeiten begonnen wird. Es hat sich etwas verzögert, weil noch ein Objekt dazugekauft wurde. Deshalb war eine Neuplanung nötig. Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Das neue Quartiershaus Josefsmarkt ist als modernes, wetterunabhängiges Markterlebnis konzipiert, ein zentraler Genussmarkt mit regionalen Produkten aus dem Alpen-Adria-Raum. Geplant sind auch feste Gastro-Einrichtungen, rund 70 Mietwohnungen und Büroräumlichkeiten. Es entsteht für unsere Innenstadt ein weiterer Magnet.

BILDUNGSPOLITISCHER MEILENSTEIN
Nach dreijähriger Bauzeit startete der Unterricht im neuen Bildungscampus am Stadtpark, vormals Richard-Wagner-Schule. Was bedeutet der neue Campus für den Bildungsstandort Villach?
Es ist mit 16 Millionen Euro ein finanzieller Kraftakt, ein bildungspolitischer Meilenstein. Bildung und optimale Rahmenbedingungen sind das Wichtigste, das wir unseren Kindern mitgeben können. Das betrifft auch die Kindergärten, darunter ein Forschungskindergarten im Technologiepark. Unsere Stadt hat in den letzten fünf, sechs Jahren 40 Millionen Euro investiert. Unsere Kindergartenoffensive zielt darauf ab, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Wir haben den Ehrgeiz, eine fast hundertprozentige Versorgungsquote zu erreichen. Bis 2027 schaffen wir das.

IM TOURISMUS EIN DICKES PLUS
Obwohl Kärnten 2025 touristisch im Minusbereich lag, verzeichnete Villach mit 1,1 Millionen Nächtigungen ein Plus von 2,7 Prozent. Worauf führen Sie das zurück?
Natürlich auf die Leistung der Villacher Touristiker. Was sie geschafft haben, kann man nicht hoch genug einschätzen. Dass Villach hier gegen den Trend performt, liegt am hervorragenden Angebot. Die Campinglätze gehören zu den beliebtesten in Europa. Die Zahlen zeigen aber auch, dass Villach eine extrem lebenswerte Stadt im Herzen des Alpen-Adria-Raums ist. Ebenso wird unsere attraktive Innenstadt von den Touristen in zunehmendem Maße angenommen.

WERTEKURS UND DEUTSCHKENNTNISSE
Bei fehlenden Deutsch-Kenntnissen kürzt jetzt die Stadt Villach Sozialleistungen. Was soll damit erreicht werden?
Es hat sich gezeigt, dass sich Migration und Integration in den vergangenen Jahren völlig verändert haben. Es wurde zu sehr auf Freiwilligkeit und weniger auf Verpflichtung gesetzt. Das hat unsere Stadt geändert. Wenn ein aus einem Drittstaat Kommender Sozialhilfe oder eine städtische Wohnung beziehen will, muss er einen Wertekurs absolvieren und auch über Deutschkenntnisse auf B1-Niveau verfügen. Integration ist nicht eine Leistung, die wir als Staat anbieten, sondern Integration muss der, der zu uns kommt, als seine Leistung anbieten. Klare Regeln, gute Freunde – das ist der Villacher Weg.

Ähnliche Artikel

- Bezahlte Werbung -spot_img
- Bezahlte Werbung -spot_img
- Bezahlte Werbung -spot_img
- Bezahlte Werbung -spot_img

Beliebte Berichte

Villach: Neue Attraktionen und Nächtigungsrekord

Im Gespräch mit Bürgermeister Günther Albel über aktuelle Projekte, neue Attraktionen, Integration und Stadtentwicklungen.

Neben der Koralmbahn verbindet jetzt auch die Westbahn Wien mit Kärnten. Was erwarten Sie sich für den Wirtschaftsraum Villach?
ALBEL: Neue Verbindungen schaffen neue Möglichkeiten. Die Koralmbahn und der neue Anbieter Westbahn eröffnen uns im touristischen und wirtschaftlichen Kontext viele neue Chancen. Die Stadt Graz ist mir ihren 300.000 Einwohnern nur noch einen Katzensprung entfernt. Mittlerweile ist schon zu erkennen, dass sich zwei Regionen, nämlich der steirische und der Kärntner Zentralraum, näherkommen. Unsere Stadt rückt verstärkt in den Fokus. Erfreulich ist, dass die Westbahn ihr Angebot von Wien nach Villach bewirbt. Auch als Bahnknoten ist Villach das Um und Auf in Österreich.

EIN MAGNET FÜR DIE INNENSTADT
In welcher Phase befindet sich das Kindererlebnisprojekt auf dem Hauptplatz, was bedeutet es für die Innenstadt?
Das war eine tolle Fügung, dass Investor August de Roode dieses viele Jahre nahezu leerstehende Haus gekauft hat und auch Maßnahmen setzt. Der Umbau hat schon begonnen. Es wird ein Schmuckstück. Villach ist eine digitale Stadt. Es passt damit genau, dass der Tourismus diese digitale Welt in die Innenstadt holt. Es kommt ein 5D-Kino, in dem man – das ist einmalig in Österreich – über die touristischen Ziele der Region fliegt, verbunden mit einer Kindererlebniswelt und viel digitalem Charakter. Es wird ein Magnet für die Innenstadt.

WESENTLICH MEHR KONZERTE
Die zweite Eishalle als Kärntens größtes Sport-Infrastrukturprojekt soll im Oktober fertiggestellt sein. Welche Möglichkeiten eröffnen sich damit für den Eissport?
Mit der zweiten Halle wird der Breiten- und Spitzensport gestärkt und erweitert die Möglichkeiten für den Eissport massiv. Sie bietet dringend benötigte Eisflächen für den Nachwuchs und die Vereine. Es entsteht ein Bundesleistungszentrum für Dameneishockey, also das offizielle Leistungszentrum des Österreichischen Eishockeyverbandes. Mit der Erweiterung bietet sich jetzt auch die Chance, wesentlich mehr Konzerte zu veranstalten.

WETTERUNABHÄNGIGES ERLEBNIS
Der geplante Josefsmarkt am Kaiser-Josef-Platz ist ein Großprojekt der Stadtentwicklung. Welche Zielvorstellungen sind damit verbunden, wann erfolgt der sichtbare Baustart?
Wir gehen davon aus, dass im Herbst mit den Abrissarbeiten begonnen wird. Es hat sich etwas verzögert, weil noch ein Objekt dazugekauft wurde. Deshalb war eine Neuplanung nötig. Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Das neue Quartiershaus Josefsmarkt ist als modernes, wetterunabhängiges Markterlebnis konzipiert, ein zentraler Genussmarkt mit regionalen Produkten aus dem Alpen-Adria-Raum. Geplant sind auch feste Gastro-Einrichtungen, rund 70 Mietwohnungen und Büroräumlichkeiten. Es entsteht für unsere Innenstadt ein weiterer Magnet.

BILDUNGSPOLITISCHER MEILENSTEIN
Nach dreijähriger Bauzeit startete der Unterricht im neuen Bildungscampus am Stadtpark, vormals Richard-Wagner-Schule. Was bedeutet der neue Campus für den Bildungsstandort Villach?
Es ist mit 16 Millionen Euro ein finanzieller Kraftakt, ein bildungspolitischer Meilenstein. Bildung und optimale Rahmenbedingungen sind das Wichtigste, das wir unseren Kindern mitgeben können. Das betrifft auch die Kindergärten, darunter ein Forschungskindergarten im Technologiepark. Unsere Stadt hat in den letzten fünf, sechs Jahren 40 Millionen Euro investiert. Unsere Kindergartenoffensive zielt darauf ab, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Wir haben den Ehrgeiz, eine fast hundertprozentige Versorgungsquote zu erreichen. Bis 2027 schaffen wir das.

IM TOURISMUS EIN DICKES PLUS
Obwohl Kärnten 2025 touristisch im Minusbereich lag, verzeichnete Villach mit 1,1 Millionen Nächtigungen ein Plus von 2,7 Prozent. Worauf führen Sie das zurück?
Natürlich auf die Leistung der Villacher Touristiker. Was sie geschafft haben, kann man nicht hoch genug einschätzen. Dass Villach hier gegen den Trend performt, liegt am hervorragenden Angebot. Die Campinglätze gehören zu den beliebtesten in Europa. Die Zahlen zeigen aber auch, dass Villach eine extrem lebenswerte Stadt im Herzen des Alpen-Adria-Raums ist. Ebenso wird unsere attraktive Innenstadt von den Touristen in zunehmendem Maße angenommen.

WERTEKURS UND DEUTSCHKENNTNISSE
Bei fehlenden Deutsch-Kenntnissen kürzt jetzt die Stadt Villach Sozialleistungen. Was soll damit erreicht werden?
Es hat sich gezeigt, dass sich Migration und Integration in den vergangenen Jahren völlig verändert haben. Es wurde zu sehr auf Freiwilligkeit und weniger auf Verpflichtung gesetzt. Das hat unsere Stadt geändert. Wenn ein aus einem Drittstaat Kommender Sozialhilfe oder eine städtische Wohnung beziehen will, muss er einen Wertekurs absolvieren und auch über Deutschkenntnisse auf B1-Niveau verfügen. Integration ist nicht eine Leistung, die wir als Staat anbieten, sondern Integration muss der, der zu uns kommt, als seine Leistung anbieten. Klare Regeln, gute Freunde – das ist der Villacher Weg.

Ähnliche Artikel