Garteln gehört für den „Biogärtner der Nation“ Karl Ploberger seit seinem sechsten Lebensjahr zur großen Leidenschaft. Was als Hobby begann, ist mittlerweile längst sein Beruf geworden: 25 Bücher, die allesamt Bestseller wurden, hunderte TV-Sendungen und dazu Reisen und Vorträge. Wir haben ihn zum Interview gebeten.
Welche Grundarbeiten sollten im Frühling als Erstes erledigt werden, um den Garten optimal auf die Saison vorzubereiten?
PLOBERGER: Die wichtigste Botschaft: Nichts übereilen. Die alte Weisheit lautet: Erst dann die Erde betreten, wenn keine Erde mehr an den Stiefeln kleben bleibt. Dann aber kann’s losgehen: Rasen abrechen und restliches Laub entfernen. Sobald es trocken ist, Unkräuter entfernen, denn jetzt lassen sie sich leicht ausreißen, und dann Kompost verteilen – im Ziergarten genauso wie im Gemüsegarten.
WORAUF ES BEIM HOCHBEET ANKOMMT
Worauf ist bei der Anlage eines Hochbeetes zu achten?
Zuerst einmal das Material – ich finde Holz ideal, weil es nachhaltig ist und richtig aufgebaut lange hält. Ist es dann einmal kaputt, wird es kompostiert. Beim Aufbau zuerst grobes Material (Gehölzschnitt), dann halbreifer Kompost, dann eine Schicht fertiger Kompost und unbedingt als oberste Schicht normale Gartenerde oder Fertigerde aus dem Sack:
SAND UND ZEOLITH
Welche bodenverbessernden Maßnahmen sind sinnvoll?
Der schon erwähnte Kompost ist das Wichtigste. Vom Profikompostierer reichen drei bis fünf Liter pro Quadratmeter, bei eigenem, älterem Kompost empfiehlt sich eine Menge von acht bis zehn Litern. Oberflächlich einarbeitet, ist der Boden sehr schwer, dann Sand und Zeolith beifügen.
WAS GEGEN SCHNECKEN HILFT
Schnecken arten für viele Hobbygärtner oft zu einem Riesenproblem aus. Wie halte ich die schleimig-gefräßigen Kriecher am besten vom Garten fern?
Der erste Frühlingstag ist der richtige Tag, an dem man ein biologisches Schneckenkorn – beim Kleingedruckten steht „Eisen-III-Phosphat“– breitwürfig streut. Ist garantiert völlig ungiftig für alle Haustiere, Igel und so weiter. Aber ALLE Schnecken überleben es nicht. Daher immer nur punktuell und als Notmaßnahme einsetzen. Immer die regenfeste Version wählen.
Wie begegnen Sie Wühlmäusen?
Mit allen möglichen Fallen und Gitterkörben aus verzinktem Sechs-Ecken-Geflecht. Alle wertvollen Gehölze habe ich in meinem Garten mit solchem Wurzelschutz gepflanzt. Die beste Falle heißt übrigens „TopCat“ – gibt’s in Plastik und in Metall.
„IM FRÜHJAHR NICHTS ÜBEREILEN“
Welche gärtnerischen Fehler passieren oft im Frühjahr?
Der absolut häufigste Fehler ist, dass zu früh gesät und gepflanzt wird. Wie hat meine Oma schon gewusst: „Im April kummt’s, wann’s wü, im Mai kommt‘s glei … .“ Also Zeit lassen und nichts übereilen.
Welche Tools oder Geräte halten Sie bei der Gartenarbeit für unverzichtbar?
Mein absolutes Lieblingsgartengerät ist der sogenannte „Sauzahn“. Dieses sichelförmige Grabgerät mit dem kleinen Gänsefüßchen lässt sich zum Lockern der Erde durch den Boden ziehen. Ich hab einen großen Sauzahn für die Beete und einen kleinen für die Arbeiten zwischen den Pflanzen.
„DER MORGEN IST DIE BESTE ZEIT“
Die beste Zeit zum Gießen – in der Früh oder gegen Abend?
Generell gilt: Der Motor der Pflanzen ist das Licht und die Sonne, daher ist der Morgen die beste Zeit. Aber wenn Balkonblumen oder Kübelpflanzen im Hochsommer nach Wasser lechzen, dann wird bei mir auch am Abend gegossen. Sind viele Schnecken im Garten, ist natürlich der Morgen noch viel besser, denn Feuchtigkeit in der Nacht taugt den schleimigen Gesellen.
Welche aktuellen Trends oder Tipps finden Sie spannend und würden Sie Hobbygärtnern für heuer mitgeben?
Unbedingt Gemüse und Kräuter anbauen, die Mikroorganismen als Pflanzenstärkung versuchen und – wer es noch nicht macht – Kompost verwenden.
„DER KOMPOST GLEICHT VIELES AUS“
Inwieweit wirkt sich die Klimaveränderung bereits auf unsere Gartenkulturen aus?
Sehr stark, denn die Trockenheit ist phasenweise ein gewaltiges Problem. Aber da sind wir schon wieder beim Kompost – der gleicht vieles aus und macht die Erde im Garten zum großen Wasserspeicher. Manche Pflanzen profitieren von der Wärme, andere leiden. Wichtig ist, dass man im Frühjahr die Pflanzzeit nützt, denn da ist noch ausreichend Feuchtigkeit im Boden, die das Anwachsen garantiert. Und für Gehölze gilt: Der Herbst ist die beste Pflanzzeit.
NEUES PLOBERGER-BUCH …
… mit Fitness-Experten Toni Klein: „Garten fit – Körper fit“ – fünf Schritte zu Wachstum und Wohlbefinden. Plobergers 25. Buch zeigt, dass Körper und Garten viel mehr gemeinsam haben, als man denkt.





