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Freitag, 5. Juni 2026

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Als der Stadt das Wasser bis zum Hals stand

Gerhard Leeb – (K)ein Spaziergänger

Obwohl ich die sintflutartigen Hochwasser der 1960er Jahre bereits bewusst erlebt habe, bleibe ich beim Haus in der Lederergasse 12 immer noch kurz stehen und blicke auf die hoch in den ersten Stock reichenden Markierungen. Im September 1965 und im August 1966 hatte die Drau die tiefer gelegenen Teile der Stadt fest im Griff.

UNANGENEHME REKORDE
Sintflutartige Regenmengen und eine damals noch nur gering verbaute Drau führten zu Wassermassen, die sich nachfolgende Generationen nicht vorstellen können. Im August 1966 betrug der Pegelstand des Flusses auf Höhe des Wasserbauamtes 6,95 Meter. Der untere Teil des Hauptplatzes glich einem See, die damalige Draubrücke drohte überflutet zu werden. Die Unmengen von entwurzelten Bäumen stauten sich. Es wurden – wie auch schon im Jahr zuvor – Überlegungen angestellt, die Brücke zu sprengen.

MIT BOOTEN AUF DEM HAUPTPLATZ
Auch wenn die Hochwasser zum Glück keine Menschenleben forderten – die sich innerhalb weniger Monate wiederholenden Überflutungen der Lederer- und Gerbergasse und des unteren Hauptplatzes waren für die Kaufleute und Lokalbesitzer eine Katastrophe. Die alten Fotos mit den Booten in den tiefer gelegenen Stadtteilen wirken wie aus einer anderen Welt. In den Erdgeschoßen lag meterhoch der Schlamm, und aus den oberen Stockwerken mussten die Menschen vorübergehend evakuiert werden.

EIN LACHENDES UND EIN WEINENDES AUGE
In der Folge ging es dem Landesfluss „an den Kragen“. Die Drau wurde ihrer natürlichen Überschwemmungsgebiete „beraubt“ und in ein Granit- und Betonkorsett gezwängt. Interessant in diesem Zusammenhang sind die zwischen 1823 und 1844 entstandenen Karten des Franisceischen Katasters. Auf ihnen kann man sehr gut den ursprünglichen Verlauf des Flusses nachvollziehen (https://kagis.ktn.gv.at/).

VON PATERNION BIS LAVAMÜND
Erst mit der Fertigstellung des VERBUND-Laufkraftwerkes in Rennstein 1984 gelang es, eine begrenzte Kontrolle über die in Villach ankommenden Wassermengen zu erreichen. Die dabei entstandenen „Draubermen“ mit den Radwegen auf beiden Seiten des Flusses sind heute ein beliebter Naherholungsbereich. In Zusammenarbeit mit der gesamten VERBUND-Kraftwerkskette entlang der Drau können Hochwasser, wie in den 1960er Jahren, heute „begrenzt“ kontrolliert durch unser Land geführt werden. Dazu gehört zum Beispiel auch die Möglichkeit, größere Wassermengen am Tag in Rennstein „abzufangen“ und erst nachts – nach Schließung der „Draubermen“ – kontrolliert abzulassen.

PRÄZISE PLANUNG ERFORDERLICH
Werden überdurchschnittliche Regenmengen erwartet – zumeist bei einem anrückenden großen Genua- oder Adriatief –, dann geht der VERBUND generalstabsmäßig vor. Das beginnt mit dem Ablassen des Staubeckens in Lavamünd. Nach und nach folgen Schwabeck, der Völkermarkter Stausee, das Staubecken vor der Annabrücke, Ferlach, Feistritz im Rosental, Rosegg, Villach, Kellerberg und Paternion. Der dadurch geschaffene Platz genügt in den meisten Fällen, um die Regenmengen„kontrolliert“ durch die Stadt und das Land hindurch zu „befördern“.

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Gerhard Leeb – (K)ein Spaziergänger

Obwohl ich die sintflutartigen Hochwasser der 1960er Jahre bereits bewusst erlebt habe, bleibe ich beim Haus in der Lederergasse 12 immer noch kurz stehen und blicke auf die hoch in den ersten Stock reichenden Markierungen. Im September 1965 und im August 1966 hatte die Drau die tiefer gelegenen Teile der Stadt fest im Griff.

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Sintflutartige Regenmengen und eine damals noch nur gering verbaute Drau führten zu Wassermassen, die sich nachfolgende Generationen nicht vorstellen können. Im August 1966 betrug der Pegelstand des Flusses auf Höhe des Wasserbauamtes 6,95 Meter. Der untere Teil des Hauptplatzes glich einem See, die damalige Draubrücke drohte überflutet zu werden. Die Unmengen von entwurzelten Bäumen stauten sich. Es wurden – wie auch schon im Jahr zuvor – Überlegungen angestellt, die Brücke zu sprengen.

MIT BOOTEN AUF DEM HAUPTPLATZ
Auch wenn die Hochwasser zum Glück keine Menschenleben forderten – die sich innerhalb weniger Monate wiederholenden Überflutungen der Lederer- und Gerbergasse und des unteren Hauptplatzes waren für die Kaufleute und Lokalbesitzer eine Katastrophe. Die alten Fotos mit den Booten in den tiefer gelegenen Stadtteilen wirken wie aus einer anderen Welt. In den Erdgeschoßen lag meterhoch der Schlamm, und aus den oberen Stockwerken mussten die Menschen vorübergehend evakuiert werden.

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PRÄZISE PLANUNG ERFORDERLICH
Werden überdurchschnittliche Regenmengen erwartet – zumeist bei einem anrückenden großen Genua- oder Adriatief –, dann geht der VERBUND generalstabsmäßig vor. Das beginnt mit dem Ablassen des Staubeckens in Lavamünd. Nach und nach folgen Schwabeck, der Völkermarkter Stausee, das Staubecken vor der Annabrücke, Ferlach, Feistritz im Rosental, Rosegg, Villach, Kellerberg und Paternion. Der dadurch geschaffene Platz genügt in den meisten Fällen, um die Regenmengen„kontrolliert“ durch die Stadt und das Land hindurch zu „befördern“.

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