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Samstag, 2. Mai 2026

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Mit Herz und Hand eine neue Schule in Sansibar

Job gekündigt, um Kindern in Afrika zu helfen und sich dabei einen Herzenswunsch zu erfüllen: Nach 30 Jahren im Berufsleben konzentriert sich Martina Falle (Sternberg/Velden) derzeit vor allem auf den Neubau der School of Hope in Nungwi auf Sansibar vor der afrikanischen Ostküste.

Was hat Sie persönlich dazu motiviert, in Afrika ehrenamtlich aktiv zu werden?
FALLE: Also, 2023 war ich das erst Mal in Sansibar auf Urlaub. Schon nach kurzer Zeit habe ich mich gefragt: Was macht das Land mit mir? Es ist nahezu irre, die Menschen haben praktisch nichts, gar nichts, es gibt so viel Armut, unvorstellbare Armut – doch die Menschen strahlen, tanzen und sind glücklich. Gleichzeitig sind sie sehr fleißig. Es ist unglaublich, wie schnell hier ein Haus aufgestellt wird. Und wenn sie noch so wenig haben, bist du immer zum Essen eingeladen. Das alles hat mich sowas von beeindruckt, dass ich einfach rückkehren musste.

Wie sieht Ihre typische Unterstützungsarbeit aus und wie kooperieren Sie mit der lokalen Schulbehörde und Gemeinde?
Schulbehörde und Gemeindepolitik gibt es hier schon, doch habe ich damit nichts zu tun. Das alles ist mit Österreich nicht vergleichbar. In unserer Schule bin ich sozusagen Mädchen für alles, also Teacher Martina oder Doctor Martina. Es geht dabei nicht darum, den Kindern die Welt zu erklären, sondern mit ihnen Spaß zu haben und den harten Alltag schöner, netter und freundlicher zu gestalten. Die Frauen haben hier bis zu zehn Kinder. Viele kommen krank in die Schule. Fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel, auch Zugsalben habe ich immer dabei.

ZUKUNFTSCHANCE FÜR DIE KINDER
Was sind die größten Herausforderungen?
Improvisieren ist das Wichtigste hier in Sansibar. Das ist der Alltag. Lehrpläne gibt es natürlich. Beeindruckt bin ich von den Lehrern. Sie sind unglaublich gut. Unterrichtet wird in Englisch, was enorm wichtig ist, damit die Kinder später eine berufliche Zukunftschance haben.

SPENDEN FÜR DIE NEUE SCHULE
Welche Schulprojekte bevorzugen und fördern Sie besonders?
Unsere School of Hope wird rein aus Spenden finanziert. Was Schulprojekte betrifft, liegen mir spezielle Projekte besonders am Herzen. Das heißt, ich finanziere mit den gesammelten Spenden vielfach das Essen für die Kinder, Wasserpumpen, Schuluniformen und Behandlungen im Krankenhaus. Die Schule hat einen riesigen Zulauf und ist zu klein geworden. Jetzt bauen wir gerade eine neue und versuche auch Kärntner Firmen für eine Unterstützung zu gewinnen.

GROSSE-KLEINE GESCHICHTEN
Welche Erfolge haben Sie bisher erlebt, auf die Sie besonders stolz sind, und was haben Sie daraus gelernt?
Es sind viele, viele kleine Bausteine, die dann Großes ergeben. Auch dieser: Da war ein Bub in der Klasse, der hat sich den Ringfinger zu zwei Drittel weggeschnitten. Der Verband war schwarz, und die Wunde dick mit wildem Fleisch umwuchert. Natürlich bin ich mit ihm sofort ins Krankenaus. In der Schule war, als ich im Jänner 2024 ankam, kein Fließwasser. Das Wasser wurde aus dem Boden in einen Plastikeimer geschöpft. Die Kinder haben dieses Wasser getrunken. Mit den ersten Spenden, die gekommen sind, wurden dann Fließwasserleitungen installiert.

„WIR IN EUROPA SIND ARM“
Inwieweit trifft Sie die dort herrschende Armut?
Wir glauben, sie sind arm. Ich aber sage, wir in Europa sind arm, weil ich finde, dass wir daheim nur noch funktionieren. Jeder zweite ist von Burnout bedroht. In Sansibar haben die Menschen gar nichts, null Komma null im Vergleich zu uns. Aber sie sind so dankbar für das, was sie bekommen. Wenn sie einmal am Tag ein Fladenbrot haben, sind sie glücklich, dankbar und leben den Rest des Tages. Alles wird geteilt.

Hat sich Ihr Leben im Vergleich zu früher verändert?
Man wird ein anderer Mensch, verändert sich, um tausend Grad. Man wird zufriedener und sieht, dass man zum Leben, zum Glückichsein eigentlich nicht viel braucht. Daheim hatte ich einen guten Job, ein wunderschönes Haus und ein tolles Auto, so wie die meisten halt. Hier wird man zufriedener, bescheidener, man improvisiert und regt sich auch nicht mehr auf, wenn was nicht funktioniert.

„MEIN HERZENSPROJEKT“
Mit welchen Zielen oder Träumen verbinden Sie Ihr humanitäres Engagement?
Da bin ich sehr gut unterwegs. Mein vorrangiges Ziel ist es, für die Fertigstellung unserer neuen School of Hope das nötige Geld aufzustellen. Das ist mein Herzensprojekt. Auch am Festland, in Tansania, errichten wir mit Spendengeldern gerade eine Schule, damit die Kinder menschenwürdig unterrichtet werden können.


HOFFNUNG FÜR KINDER
Jede Spende zählt und schenkt Zukunft für die Kinder. Verein School of Hope, Sansibar – Tansania, Martina Falle: IBAN AT22 4213 0901 0032 4681

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Mit Herz und Hand eine neue Schule in Sansibar

Job gekündigt, um Kindern in Afrika zu helfen und sich dabei einen Herzenswunsch zu erfüllen: Nach 30 Jahren im Berufsleben konzentriert sich Martina Falle (Sternberg/Velden) derzeit vor allem auf den Neubau der School of Hope in Nungwi auf Sansibar vor der afrikanischen Ostküste.

Was hat Sie persönlich dazu motiviert, in Afrika ehrenamtlich aktiv zu werden?
FALLE: Also, 2023 war ich das erst Mal in Sansibar auf Urlaub. Schon nach kurzer Zeit habe ich mich gefragt: Was macht das Land mit mir? Es ist nahezu irre, die Menschen haben praktisch nichts, gar nichts, es gibt so viel Armut, unvorstellbare Armut – doch die Menschen strahlen, tanzen und sind glücklich. Gleichzeitig sind sie sehr fleißig. Es ist unglaublich, wie schnell hier ein Haus aufgestellt wird. Und wenn sie noch so wenig haben, bist du immer zum Essen eingeladen. Das alles hat mich sowas von beeindruckt, dass ich einfach rückkehren musste.

Wie sieht Ihre typische Unterstützungsarbeit aus und wie kooperieren Sie mit der lokalen Schulbehörde und Gemeinde?
Schulbehörde und Gemeindepolitik gibt es hier schon, doch habe ich damit nichts zu tun. Das alles ist mit Österreich nicht vergleichbar. In unserer Schule bin ich sozusagen Mädchen für alles, also Teacher Martina oder Doctor Martina. Es geht dabei nicht darum, den Kindern die Welt zu erklären, sondern mit ihnen Spaß zu haben und den harten Alltag schöner, netter und freundlicher zu gestalten. Die Frauen haben hier bis zu zehn Kinder. Viele kommen krank in die Schule. Fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel, auch Zugsalben habe ich immer dabei.

ZUKUNFTSCHANCE FÜR DIE KINDER
Was sind die größten Herausforderungen?
Improvisieren ist das Wichtigste hier in Sansibar. Das ist der Alltag. Lehrpläne gibt es natürlich. Beeindruckt bin ich von den Lehrern. Sie sind unglaublich gut. Unterrichtet wird in Englisch, was enorm wichtig ist, damit die Kinder später eine berufliche Zukunftschance haben.

SPENDEN FÜR DIE NEUE SCHULE
Welche Schulprojekte bevorzugen und fördern Sie besonders?
Unsere School of Hope wird rein aus Spenden finanziert. Was Schulprojekte betrifft, liegen mir spezielle Projekte besonders am Herzen. Das heißt, ich finanziere mit den gesammelten Spenden vielfach das Essen für die Kinder, Wasserpumpen, Schuluniformen und Behandlungen im Krankenhaus. Die Schule hat einen riesigen Zulauf und ist zu klein geworden. Jetzt bauen wir gerade eine neue und versuche auch Kärntner Firmen für eine Unterstützung zu gewinnen.

GROSSE-KLEINE GESCHICHTEN
Welche Erfolge haben Sie bisher erlebt, auf die Sie besonders stolz sind, und was haben Sie daraus gelernt?
Es sind viele, viele kleine Bausteine, die dann Großes ergeben. Auch dieser: Da war ein Bub in der Klasse, der hat sich den Ringfinger zu zwei Drittel weggeschnitten. Der Verband war schwarz, und die Wunde dick mit wildem Fleisch umwuchert. Natürlich bin ich mit ihm sofort ins Krankenaus. In der Schule war, als ich im Jänner 2024 ankam, kein Fließwasser. Das Wasser wurde aus dem Boden in einen Plastikeimer geschöpft. Die Kinder haben dieses Wasser getrunken. Mit den ersten Spenden, die gekommen sind, wurden dann Fließwasserleitungen installiert.

„WIR IN EUROPA SIND ARM“
Inwieweit trifft Sie die dort herrschende Armut?
Wir glauben, sie sind arm. Ich aber sage, wir in Europa sind arm, weil ich finde, dass wir daheim nur noch funktionieren. Jeder zweite ist von Burnout bedroht. In Sansibar haben die Menschen gar nichts, null Komma null im Vergleich zu uns. Aber sie sind so dankbar für das, was sie bekommen. Wenn sie einmal am Tag ein Fladenbrot haben, sind sie glücklich, dankbar und leben den Rest des Tages. Alles wird geteilt.

Hat sich Ihr Leben im Vergleich zu früher verändert?
Man wird ein anderer Mensch, verändert sich, um tausend Grad. Man wird zufriedener und sieht, dass man zum Leben, zum Glückichsein eigentlich nicht viel braucht. Daheim hatte ich einen guten Job, ein wunderschönes Haus und ein tolles Auto, so wie die meisten halt. Hier wird man zufriedener, bescheidener, man improvisiert und regt sich auch nicht mehr auf, wenn was nicht funktioniert.

„MEIN HERZENSPROJEKT“
Mit welchen Zielen oder Träumen verbinden Sie Ihr humanitäres Engagement?
Da bin ich sehr gut unterwegs. Mein vorrangiges Ziel ist es, für die Fertigstellung unserer neuen School of Hope das nötige Geld aufzustellen. Das ist mein Herzensprojekt. Auch am Festland, in Tansania, errichten wir mit Spendengeldern gerade eine Schule, damit die Kinder menschenwürdig unterrichtet werden können.


HOFFNUNG FÜR KINDER
Jede Spende zählt und schenkt Zukunft für die Kinder. Verein School of Hope, Sansibar – Tansania, Martina Falle: IBAN AT22 4213 0901 0032 4681

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