Die Kelag Energie & Wärme und die Stadt Villach treiben den Ausbau der Fernwärmeversorgung innovativ und gemeinsam voran. Die Energie des gereinigten Abwassers der Kläranlage wird künftig über Großwärmepumpen effizient von zehn bis 20 Grad auf ein Temperaturniveau von rund 75 Grad angehoben und in das Fernwärmesystem eingeleitet.
Derzeit versorgt die Kelag Energie & Wärme in Villach 20.000 Haushalte. Durch die Nutzung der Abwärme aus der stadteigenen Kläranlage werden es dann 25.000 sein. Angebunden an das Fernwärmenetz sind auch nahezu alle Großbetriebe in Villach. Das Leitungsnetz umfasst rund 150 Kilometer. Vor 20 Jahren wurde nahezu der gesamte Fernwärmebedarf in Villach mit Erdgas gedeckt. Heute stammen 90 Prozent der genutzten Fernwärme aus erneuerbarer Energie.
DIE TRAGENDEN SÄULEN
Bis 2029 investiert die Kelag Energie & Wärme rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Fernwärmenetzes, beschleunigt damit die Dekarbonisierung und stärkt die Versorgungssicherheit. Villach zählt bereits heute zu den führenden Fernwärmestandorten Österreichs. Das Fernwärmenetz ist das siebtgrößte in Österreich. Biomasse und industrielle Abwärme sind die tragenden Säulen, ergänzt durch erste Anwendungen im Bereich Solarthermie. Ausgehend von dieser starken Basis entwickelt die Kelag Energie & Wärme das System nun gezielt weiter und baut es zukunftssicher aus.

STRATEGISCHES LEUCHTTURMPROJEKT
Gemeinsam mit der Stadt Villach setzt nun die Kelag Energie & Wärme mit der Nutzung der Abwärme aus der stadteigenen Kläranlage ein weiteres strategisches Leuchtturmprojekt um. Die Integration der Energie des gereinigten Abwassers – über sechs Großwärmepumpen nachhaltig auf 75 Grad gebracht – erfolgt über das Biomasseheizwerk St. Agathen, sodass die bestehende Infrastruktur der Kelag Energie & Wärme intelligent genutzt und optimal ergänzt werden kann.
EFFIZIENZSTEIGERUNG
Mit der Nutzung der Abwärme aus der städtischen Kläranlage erweitert die Kelag Energie & Wärme ihr Erzeugungsportfolio in Villach um eine weitere zentrale Säule der erneuerbaren Wärmeversorgung. Ab 2028, also mit der Inbetriebnahme der Anlage, kann die Kelag-Tochter den Einsatz fossiler Energieträger sowie von Biomasse weiter reduzieren, wobei gleichzeitig die Effizienz des Gesamtsystems gesteigert wird.
WEITERE ÖKOLOGISIERUNG
Die aktuelle Investition ermöglicht den Anschluss zusätzlicher Kundinnen und Kunden mit einem Wärmebedarf von rund 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, was etwa dem Bedarf von 5.000 Wohnungen entspricht. Diese zusätzlichen 25 Millionen Kilowattstunden entsprechen einem Energieäquivalent von etwa 2,5 Millionen Litern Heizöl, die künftig nicht mehr verbrannt werden. Damit leistet dieses Projekt einen klar quantifizierbaren Beitrag zur CO2-Reduktion und zur weiteren Ökologisierung des urbanen Raums.

Günther Albel
„Villachs Fernwärmesystem ist schon jetzt vorbildlich nachhaltig. Das neue Projekt unterstreicht unsere Vorreiterrolle beim Thema städtische Wärmewende. Mit innovativer Technologie und langfristiger Strategie schaffen wir für unsere Bürgerinnen und Bürger eine Wärmeversorgung, die klimaneutral, wirtschaftlich sinnvoll und verlässlich ist. Über den Weg der Fernwärme wurden seit 1986 rund 600 Millionen Liter Heizöl eingespart.“
„Die Fernwärme Villach ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien gelingen kann – weg von fossiler Abhängigkeit hin zu Unabhängigkeit vom Ausland, regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz. Heute stammen 90 Prozent der Fernwärme aus erneuerbarer Energie. Das ist umso bemerkenswerter, weil sich der Fernwärmeabsatz in Villach durch konsequente Ausbauten mehr als verdreifacht hat.“

Reinhard Draxler

„Ab dem Jahr 2028 können wir den Einsatz fossiler Energieträger sowie von Biomasse weiter reduzieren, gleichzeitig steigern wir mit der Nutzung der Energie im gereinigten Wasser die Effizienz des Gesamtsystems. Mit einer zusätzlichen Fernwärmeleitung in Richtung Innenstadt stärken wir die Redundanz, erhöhen die Betriebssicherheit und schaffen die Voraussetzung für weiteres Wachstum des Fernwärmenetzes.“






