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Montag, 14. Juni 2021

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„… und sehr oft muss sehr schnell gehandelt werden“

Nach ihren Stationen im diplomatischen Dienst in Abu Dhabi, New York, Amman und ihrer Tätigkeit als Social Media-Pressereferentin im Außenministerium in Wien managt derzeit Mag.a Stephanie Jakobitsch, MA (41), aus Föderlach in der Österreichischen Botschaft in Bangkok (Thailand) leitend die administrativen Angelegenheiten.

Sie sind in der Österreichischen Botschaft in Bangkok seit 2017 Leiterin der Verwaltungsangelegenheiten. Was kann man darunter verstehen?
JAKOBITSCH: Mein Aufgabengebiet ist sehr vielfältig und umfasst alle Bereiche der Administration, Buchhaltung, des Personal- und Immobilienmanagements. Bei Auftreten von Problemen bin ich auch für derzeit 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zumeist die erste Ansprechpartnerin.

Wie schaut bei Ihnen ein typischer Arbeitstag aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es in diesem Sinne nicht, was wiederum meine Tätigkeit sehr spannend macht. Jeden Tag warten neue Herausforderungen, und sehr oft muss sehr schnell gehandelt werden. Die Aufgabenpalette ist sehr vielfältig – vom Wasserrohrbruch bis zum Haftbesuch. Während der COVID19-Krise war ich im Vorjahr auch konsularisch tätig und half mit, alle rund 5000 in Thailand weilenden Österreicherinnen und Österreicher, die es wollten, sicher nach Hause zu bringen.

ALS GROSSE KULTURNATION BEKANNT
Wir wird aus der Perspektive Thailands Österreich gesehen?
Österreich ist in Thailand natürlich vor allem auch als große Kulturnation bekannt. Es kommen zudem jährlich Tausende thailändische Gäste nach Österreich auf Urlaub. Außerdem schätzt es das Land, dass fast 100 österreichische Unternehmen in Thailand investieren, zwei Drittel davon haben Produktionsstätten vor Ort.

„WOLLTE IMMER SCHON INS AUSLAND“
Wollten Sie immer schon in den diplomatischen Dienst?
Ich hatte mir schon während meiner Schulzeit an der KTS Villach-Warmbad vorgestellt, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Das Außenministerium bietet dafür jedenfalls spannende Möglichkeiten, bei der auch große Flexibilität gefragt ist.

„VERMISSTER SASS IM GEFÄNGNIS“
Es gibt im diplomatischen Dienst sicherlich auch immer wieder Erlebnisse, die kurios sind oder zum Schmunzeln Anlass geben. Erzählen Sie uns ein solches Erlebnis?
Von Angehörigen wurde uns einmal ein vermeintlich Vermisster gemeldet, der – nach seinem angeblichen Thailand-Urlaub – nicht mehr nachhause zurückgekehrt war. Schlussendlich stellte es sich heraus, dass der „Vermisste“ in einem österreichischen Gefängnis eine kürzere Haftstrafe abzusitzen hatte, dies er aber seiner Familie verheimlichen wollte.

KEIN TOTALER LOCKDOWN
Inwieweit ist Thailand vom Corona-Virus betroffen, gibt es Einschränkungen ähnlich wie bei uns?
Maskentragen ist hier überall selbstverständlich, man reicht sich auch nicht die Hände. Doch im vergangenen Dezember kam eine neue Viruswelle, die Einschränkungen mit sich brachte, aber keinen totalen Lockdown. Die Weltgesundheitsorganisation hat Thailand mehrmals als Vorreiter bei der COVID19-Bekämpfung bezeichnet. Mit Stand vom Jänner gab es hier bis jetzt knapp 70 Todesfälle.

„WAHNSINNIG FREUNDLICH“
Wie sind die Menschen vor Ort, mit denen Sie tun haben?
Die Menschen hier sind wahnsinnig freundlich und hilfsbereit. Sie freuen sich, wenn man – zumindest ein wenig – ihre Sprache spricht. In Bangkok leben viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen friedlich miteinander.

ÜBERWÄLTIGENDES PUBLIKUMSINTERESSE
Wie nachzulesen ist, feierten Thailand und Österreich 2019 150 Jahre freundschaftliche Beziehungen. Wie wurde dieses Jubiläum gefeiert?
Der diesbezügliche Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag geht ins Jahr 1869 zurück und wurde zwischen der k. u. k. Doppelmonarchie und dem Königreich Siam abgeschlossen. Es gab, organisiert von unserer Botschaft, ganzjährig ein facettenreiches Programm mit mehr als einem Dutzend großangelegter Veranstaltungen. Das Publikumsinteresse war überwältigend.

„VERMISSE EXTRAWURSTSEMMEL…“
Gibt es etwas, was Sie in Thailand besonders vermissen?
Die gute Luft und ab und zu das heimische Essen, speziell eine Extrawurstsemmel. Und natürlich das staufreie, schnelle Vorwärtskommen. Eine Vier-Kilometer-Fahrt kann schon eine Stunde oder mehr dauern.

Wie oft oder aus welchen Anlässen kommen Sie nach Kärnten?
Ich versuche, zweimal im Jahr nach Kärnten zu kommen – im Sommer und im Winter zum Schifahren. Ich freue mich immer sehr auf meine Familie und Freunde, und außerdem soll mein Sohn Julian den Bezug zur Heimat nicht verlieren.

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