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Freitag, 30. September 2022

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Ukraine sucht Städtepartnerschaften

Der Botschafter der Ukraine, Dr. Vasyl Khymynets, stattete kürzlich der Stadt Villach einen offiziellen Besuch. Dabei ersuchte er im Rathaus um Zusammenarbeit und Unterstützung.

„Wir werden einen langen Atem brauchen“

Botschafter Dr. Vasyl Khymynets erläuterte die aktuelle Situation in seinem Heimatland, die sich nunmehr nach den Lieferungen moderner westlicher Waffensysteme wesentlich verbessert habe. „Der Krieg wird noch dauern, wir werden einen langen Atem brauchen, aber Russland hat nicht mehr das ursprüngliche Potenzial. Wir werden gewinnen!“, ist Khymynets überzeugt. Er meinte, die NATO müsse stark auf die Ukraine bauen, „weil Putin mit dem Krieg nicht aufhören wird“.

„Auch eine große Chance für Österreich“

Der ukrainische Botschafter schaute voraus und beschäftigte sich bereits mit Wiederaufbaumaßnahmen. „Die neue, wiederaufgebaute Ukraine ist auch – es wird für die österreichische Wirtschaft viele Aufträge geben – eine große Chance für Österreich, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern“, betonte der Diplomat und ersuchte in eindringlichen, teils sehr emotional gehaltenen Worten die Stadt Villach, eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt einzugehen. Es gehe dabei zielgerichtet auch um das Know-how und die Unterstützung bei der Wiederrichtung zerstörter Infrastruktur. Konkret erwähnte Khymynets etwa soziale Einrichtungen und den Schulbau.

„Druck auf Russland darf nicht nachlassen“

Es sei wichtig, dass die europäischen Staaten sich weiterhin solidarisch mit der Ukraine zeigen. Man sei nach wie vor auf wirtschaftliche und humanitäre Hilfen angewiesen. Außerdem dürfe der Druck auf Russland aus der EU nicht nachlassen. „Dieser Krieg ist auch gegen das freie Europa gerichtet. Jene, die sich gegen die Sanktionen äußern und sie abschaffen wollen, spielen auf der russischen Seite. Wenn wir gegen Sanktionen sind, bedeutet das, Russland zu stärken“, so Vasyl Khymynets. Er sagt, viele seiner Landsleute wollen unbedingt schnellstmöglich in die Ukraine zurückkehren, unter den derzeitigen Umständen sei das aber schlicht nicht möglich.

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