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Mittwoch, 20. Oktober 2021

Unabhängiges Stadt-Umland-Magazin

Radweg-Lückenschluss am Faaker-See-Ostufer

Im Gespräch mit Landesrat Martin Gruber über Straßenbaumaßnahmen, den Einsatz von „künstlicher Intelligenz“ im Straßenbau, das Radwegenetz und weitere freie Seezugänge.

Für den Straßen-, Wege- und Brückenbau in Kärnten ist heuer ein Rekordbudget von 51,5 Millionen Euro vorgesehen. Auf die Stadt Villach entfallen 14 Baumaßnahmen. Was sind für die Verkehrsteilnehmer die bedeutsamsten Projekte?
GRUBER: Die umfassende Sanierung der Draubrücke Villach-Nord, an der wir bereits intensiv arbeiten, ist eines der größten Projekte im heurigen Bauprogramm. Hier investieren wir 1,6 Millionen Euro, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Geplant ist heuer unter anderem auch noch die Fortführung der Fahrbahnsanierung an der Ossiacher Straße im Bereich des Seendreiecks.

INVESTITIONEN AUCH IM LÄNDLICHEN RAUM
Für die gesamte Region Villach wurde die Umsetzung von 43 Bau- und Sanierungsprojekten angekündigt. Was sind hier die größten „Brocken“?
Bei der Straßenbauoffensive war mir von Anfang an wichtig, dass wir auch im ländlichen Raum in die Infrastruktur investieren. Daher stehen auch in Villach-Land einige Baumaßnahmen an. Wir werden zum Beispiel in Bad Bleiberg an der Bleiberger Straße und auf der Keutschacher Straße zwischen Augsdorf und Selpritsch einen Abschnitt in Angriff nehmen. In Stockenboi wird bereits an zwei Brückenobjekten gearbeitet.

Inwieweit profitiert die regionale Wirtschaft von diesen Investitionen?
Jeder Euro, den wir als öffentliche Hand hier ausgeben, bedeutet Aufträge für heimische Baufirmen und Zulieferer. Und das sichert ganz klar Arbeitsplätze, was gerade nach Corona enorm wichtig ist.

LÜCKENSCHLUSS AM FAAKER SEE
Radeln liegt voll im Trend, auch aus touristischer Sicht. Was wurde aktuell bereits realisiert, was ist in dieser Hinsicht noch für heuer zu erwarten?
Wir haben gemeinsam mit Landesrat Sebastian Schuschnig bereits letztes Jahr einen Radmasterplan für Kärnten präsentiert, mit dem wir Kärnten zu einem Rad-Vorzeigeland weiterentwickeln wollen. Jedes Jahr erstellen wir dazu ein umfassendes Arbeitsprogramm, das es umzusetzen gilt. Das betrifft sowohl die Lückenschlüsse im überregionalen Radwegenetz als auch andere Infrastruktur wie Rastplätze und Angebote, die eine Nutzung von Rad und Bahn ermöglichen. Im Großraum Villach ist sicherlich der Lückenschluss am Ostufer des Faaker Sees, den wir im Herbst in Angriff nehmen, eines der wichtigsten Projekte.

Medien ist zu entnehmen, dass sich die Kosten verschiedener Baustoffe coronabedingt teils beträchtlich erhöhen. Schlägt sich dies auch in der Finanzierung einzelner Straßenbauprojekte nieder?
Bei den bisher erfolgten Auftragsvergaben haben wir keine deutlichen Preiserhöhungen festgestellt. Ob und wie sich die Rohstoffpreise im Tiefbausegment aber entwickeln werden, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen.

„KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER PLANUNG“
Um die Wirkung von Sanierungsmaßnahmen aufzuzeigen, haben Sie kürzlich – Stichwort „künstliche Intelligenz“ – ein Vorhersagemodell präsentiert. Mit welchen Zielvorstellungen?
Wir können uns mithilfe dieses Programms sehr genau anschauen, in wie vielen Jahren ein Straßenabschnitt erneut zu sanieren sein wird, wenn wir uns heute entweder für die eine oder die andere Baumaßnahme entscheiden. Das bedeutet, wir können die Budgetmittel im Straßenbau noch besser, noch nachhaltiger und noch zielgerichteter einsetzen, und davon haben am Ende vor allem die Straßenbenutzer, die Kärntnerinnen und Kärntner, Vorteile.

WEITERE FREIE SEEZUGÄNGE
Unter Federführung der Straßenbauabteilung des Landes wurden mittlerweile kärntenweit für die Bevölkerung bereits 23 Seezugänge neu geschaffen. Sind weitere freie Seezugänge speziell im Großbereich Villach zu erwarten?
Ich führe diese Initiative natürlich mit entsprechendem Nachdruck fort, weil es meiner Meinung nach eine klare, sehr wichtige und zukunftsweisende Aufgabe der öffentlichen Hand ist, sich dafür einzusetzen, dass der freie Blick auf und der freie Zugang zu unseren Seen für die Bevölkerung und vor allem auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben. Wir sind bei zehn potenziellen neuen Standorten derzeit in Gesprächen mit Eigentümern und Gemeinden. Auch am Ossiacher See werden gerade die Möglichkeiten für einen neuen freien Seezugang bei Annenheim geklärt.

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