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Mittwoch, 20. Oktober 2021

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POSTGASSE WIRD ZUR „BEGEGNUNGSZONE AUF ZEIT“

Mit Samstag, 25. September, startet in der Postgasse in der Villacher Innenstadt ein spannendes Projekt: Unter dem Motto „Tactical Mobilism“ verwandelt sich die Postgasse bis 8. Oktober in eine Begegnungszone.


Unter „Tactical Mobilism“ versteht man kostengünstige, einfache und zeitlich begrenzte Interventionen im öffentlichen Raum. Diese fußen auf dem gemeinsamen, partizipativen Erarbeiten und Ausprobieren. Die Bürgerinnen und Bürger werden bei diesem Prozess aktiv beteiligt. Die erarbeiteten Maßnahmen sollen neue Sichtweisen und ein Umdenken weg vom eigenen PKW auslösen. „Das Ziel ist es, in einem eingegrenzten Bereich Mobilitätsalternativen auszuprobieren“, sagt Stadtplanungsreferent Stadtrat Harald Sobe.
 
Die Postgasse wird begrünt und mit eigenen Stadtmöbeln, hergestellt von Teilnehmerinnen des Mädchenzentrums, dekoriert. Weiters wird es öffentliche Sitzorte ohne Konsumzwang geben, sowie eine eigene Kunstplattform, die Organisationen, Vereine, Schulen und Kunstschaffende in den zwei Wochen bespielen können. Zahlreiche Einrichtungen haben sich schon angesagt und möchten über ihre Aktivitäten informieren.
  
Linda Dörrzapf, Projektleiterin der TU Wien: „Wir vom Tactical Mobilism Team freuen uns gemeinsam mit der Stadt Villach nun dieses Projekt in die Postgasse zu bringen.“ Anita Rappauer, Forschungsbüro queraum. kultur- und sozialforschung: „Uns freut es besonders, dass so viele Bürgerinnen und Bürger sowie und Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Ideen eingebracht haben und uns bei der Umgestaltung der Postgasse zur Begegnungszone unterstützen.“
 
Kurt Fallast, Mobilitätsplaner – PLANUM GmbH: „Aus der Sicht der Mobilitätsplanung zeigt Tactical Mobilism, dass der Straßenraum nicht nur als Verkehrsraum genutzt werden soll. Die bisherige Dominanz des Kfz-Verkehrs im öffentlichen Raum wird abgelöst von einer vielfältigen Nutzung.“


Stefan Bendiks, Stadtplaner, Artgineering Brüssel: Tactical Mobilism ist eine Übertragung des inzwischen in vielen Städten der Welt praktizierten Tactical Urbanism auf den Verkehr. Der klassische Verkehrsversuch – das Testen einer Einbahnstraße, einer Begegnungszone oder eines neuen Radwegs – wird dabei ergänzt mit einer temporären Aufwertung des öffentlichen Raumes: Sitzgelegenheiten, Bäume, Gastgärten, Verweilräume, etc. Der Mehrwert von weniger Autoverkehr in der Stadt wird dadurch direkt für jeden erfahrbar. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
 
Aglaée Degros und Sabine Bauer, Institut für Städtebau, TU Graz: „Die Idee des partizipativen Entwickelns von temporären, einfachen und kostengünstigen Interventionen zeigt neue Chancen für die Transformation von Mobilitätsräumen auf. Die temporäre Erprobung alternativer Nutzungen ermöglicht es uns städtische Straßenräume als qualitativ wertvolle Bewegungs-, Aufenthalts- und Lebensräume neu zu denken und zu erleben.“

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