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Villach
Montag, 14. Juni 2021

Unabhängiges Stadt-Umland-Magazin

„Größte Investitionsoffensive der letzten Jahrzehnte“

Leuchtturmprojekte gegen die Krise, Wohnzimmer-Feeling, neue Eishalle, Westbahnhof-Projekt, Marke „Villach grenzenlos“. Im Gespräch mit Bürgermeister Günther Albel.

Corona beherrscht nach wie vor die Szene. Villach wendet sich jedoch mit „Leuchtturmprojekten“ gegen die Krise. Welche Vorhaben sind geplant?
ALBEL: Es rollt jetzt die größte Investitions- und Bauoffensive der letzten Jahrzehnte an. Das berühmte Loch in der Bahnhofstraße eines privaten Unternehmers, der gescheitert ist, wird bald Geschichte sein. Gemeinsam mit dem neuen Eigentümer wurde ein Projekt mit einer Reihe von Funktionen entwickelt – Geschäfte, Gastro, Hotel, Büros, Wohnen bis Kinderbetreuung. Das wird für Villach eine Sensation! Als weitere Leuchtturmprojekte folgen das Nikolai Quartier, die städtebauliche Verwertung des Areals beim Westbahnhof und natürlich in der Innenstadt der neue Markt. Es wird der größte Kärntens und einer der schönsten Alpen-Adria-Genussmärkte, eng mit Nachhaltigkeit, Regionalität und Innenstadt-Wohnen verbunden. Zusätzlich investieren wir im Bereich Familien, zum Beispiel mit einer Kindergartenoffensive.

„EFFIZIENT UND PUNKTGENAU“
Mit umfangreichen Hilfspaketen hat Villach 2020 Bevölkerung und Unternehmen entlastet. Läuft die Entlastungsaktion weiter?
Ja, natürlich, so lange es nötig sein sollte. Insgesamt waren es bis jetzt vier Hilfspakete. Größtes Augenmerk legt unsere Stadt darauf, dass effizient und punktgenau geholfen wird. Ein Riesenerfolg war die Gutscheinaktion. Bürgerinnen und Bürger sowie die Innenstadt-Unternehmen profitierten gleichermaßen davon. Die Sozialhilfe wurde um 800.000 Euro erhöht, eine Corona-Hotline für Hauslieferungen organisiert, ein Kautionsfonds für Wohnungen installiert oder auch die Erweiterung von Gastgärtenflächen ermöglicht.

„SENSATIONELL GUT ANGEKOMMEN“
Die Stadt Villach hat im Vorjahr mit ihrem Wohnzimmer-Feeling sowie Grün- und Mobilitätsaktionen stark gepunktet. Was ist für die Innenstadt heuer zu erwarten?
Das Wohnzimmer-Feeling ist sensationell gut angekommen. Das werden wir heuer noch stärker betonen. Große Aufmerksamkeit widmen wir dem Thema „Grün und Entsiegelung in der Innenstadt“. Rund einhundert Flächen wurden und werden geöffnet und begrünt. Modernes Wohnen wird weiter forciert, ebenso weitere Mobilitätsmaßnahmen, die für unsere Innenstadt enorm wichtig sind. Online-Shops verändern den Handel fundamental. Unsere Stadt unterstützt Aktionen, die neue, interessante Handelsflächen schaffen.

„AUS DER KRISE HERAUS INVESTIEREN“
Kritische Stimmen meinen, der Neu- und Ausbau der Eishalle solle wegen coronabedingten und knapper werdenden Mitteln verschoben werden. Was sagen Sie den Kritikern?
In der Krise kann man zweierlei machen: Nichts tun, nichts investieren – oder sich aus der Krise heraus investieren. Unsere Stadt hat sich mehrheitlich fürs Zweite als richtigen Weg entschieden. Wir zeigen damit: Wir sind stark, wir investieren und nehmen – wie bei den neuen Stadtviertelprojekten – so viele Privatinvestoren wie irgend möglich mit auf die Reise. Der EC VSV ist der einzige Bundesligaverein, der über keine zweite Eisfläche verfügt. Das wirkt sich auf den Profiverein aus, aber auch auf die Jugend, die wegen Platzmangels nach Steindorf oder Spittal auspendeln muss. Wir haben es geschafft, mehr als die Hälfte der 23-Millionen-Investition an Förderungen zu lukrieren. Ein Verzicht wäre der falsche Ansatz, zumal uns vom Eishockeyverband Österreichs einziges Damenbundesleistungszentrum zugeschlagen wurde.

EIN DRITTEL FÜR LEISTBARES WOHNEN
In Kooperation mit den ÖBB soll sich auf der großen, brach liegenden Fläche beim Westbahnhof ein neues Stadtviertel entwickeln. Was genau ist vorgesehen?
In Kooperation mit den ÖBB wird die ungenützte Fläche für eine städtebauliche Entwicklung zur Verfügung gestellt. Ein von der EU prämiierter Bebauungsplan ist fertig. Dabei ist es gelungen, ein Drittel der Fläche für leistbares Wohnen zu reservieren. Geplant ist ein Mix aus Wohnen, Gewerbe sowie auch Bildung und Dienstleistungen. Jetzt tritt das Projekt in eine neue Dimension, weil das gegenüber liegende Kasernenareal ebenfalls bald zur Disposition steht. Damit ergibt sich die Chance, die Innenstadt völlig neu denken zu können. Das Heer will ja seine drei Villacher Kasernen auf einem Standort in Fellach konzentrieren.

MARKE: „VILLACH GRENZENLOS“
Image-Initiative „Villach grenzenlos“: Welche Erwartungshaltung verbinden Sie damit?
Villach galt als Eisenbahnerstadt. Heute sind wir das Hightech-Zentrum im Süden Österreichs mit der größten Mitarbeiterdichte in diesem Segment. Unsere Stadt hat enorm viel zu bieten: Kultur, Sport, Handel, unvergleichliche Freizeitmöglichkeiten, schönes Wohnen, Lebensqualität. Das alles wollten wir im Markenprozess begrifflich unter einen Hut bringen. Die Bezeichnung „grenzenlos“ wurde geboren. Sie spiegelt die Vielfalt unserer Stadt wieder – in grenzenlos lebenswert, grenzenlos nachhaltig, grenzenlos erfolgreich, grenzenlos grün. Diese Marke wird betont und weiter an ihr gefeilt.

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